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Beschaffung: Sri Lanka und Turkmenistan legen sich ins Zeug

5. Feb. 2014

Während einige schon (etwas überstürzt) vom Zerplatzen des bengalischen

Traums sprechen, so sind andere bereit, jede noch so kleine Lücke zu füllen, die dieses Bewegung mit sich bringen könnte. Sri Lanka und Turkmenistan sind zwei Länder, die nur darauf warten, beweisen zu können, was sie in Bezug auf ihre Textil- und Bekleidungsproduktion leisten können.

Sri Lanka zum Beispiel macht von seiner strategischen Lage in Südasien südlich der Küste des indischen Bundesstaats Tamil Nadu Gebrauch und ist darauf aus, sich einen festen Platz unter den textil- und bekleidungsproduzierenden Nationen der Welt zu sichern. Finanzsekretär PB Jayasundera bemerkte erst kürzlich auf der zehnten Jahreshauptversammlung des Bekleidungsverbands des Landes (JAAF), das Sri Lanka weder eine Tee- noch eine Zimtnation sei, sondern ein Bekleidungsland. Die Zahlen scheinen dies zu bestätigen, denn 2013 war das bis jetzt exportstärkste für Sri Lanka: Das Land mit mehr als 20 Millionen Einwohnern erwirtschaftete mehr als 4,3 Milliarden US-Dollar in Bekleidungsexporten, eine Steigerung von 13 Prozent verglichen mit 3,8 Milliarden US-Dollar im Jahr 2012.

Laut dem JAAF-Vorsitzenden Noel Piyatillake liegt die Herausforderung nicht nur darin, diesen Industriezweig aufrechtzuerhalten, sondern ihn weiter wachsen zu lassen. Jayasundera stimmt der Aussage zu und meint, Sri Lanka sollte sich bemühen, mit seinen Bekleidungsexporten unter die Top Ten weltweit zu fallen. Als Vorteile Sri Lankas nennt er das gute Berufsethos, das ein “integraler Bestandteil der Betriebe des Landes” sei sowie eine diversifizierte Stromerzeugung, die sicherstellt, dass die Bekleidungsbranche keine Stromausfälle zu befürchten hat. Er sagt weiter, dass Sri Lanka auch als Produzent hochwertiger Designerstoffe auf den Weltmarkt treten sollte. Der Abschluss des geplanten Freihandelsabkommen zwischen Sri Lanka und China noch in diesem Jahr sollte Sri Lanka ebenfalls auf dem weltweiten Bekleidungsmarkt vorantreiben.

Obwohl das zentralasiatische Land Turkmenistan mit einem Jahresumsatz seiner Textilindustrie von 400 Millionen US-Dollar noch weit von den Zahlen Sri Lankas entfernt ist, werden jedoch alle Anstrengen unternommen, um das Land in eine textil- und bekleidungsproduzierende Nation zu verwandeln. Zu diesem Zweck wurden seit der Unabhängigkeit des Landes von der Sowjetunion im Jahr 1991 bereits Investitionen in Höhe von 1,6 Milliarden US-Dollar in die textilproduzierenden Gewerbe des Landes getätigt.

Wie sein Nachbar Usbekistan im Nordosten setzt auch Turkmenistan auf den Baumwollanbau und hatte 2013 einen Jahresausstoss von rund 1,05 Millionen Tonnen Rohbaumwolle. Daher ist die Baumwollproduktion eine wichtige Grundlage für die Entwicklung der Textilindustrie des Landes und seit den zuvor erwähnten Investitionen ist die Verarbeitung von Baumwollfasern um 51 Prozent gestiegen. Turkmenistan hat derzeit eine Jahresproduktionskapazität von rund 177.000 Tonnen Garn, 186 Millionen Quadratmetern Baumwollstoff, 11.000 Tonnen Maschenwaren, 7.200 Tonnen Schlingengewebe und 80 Millionen Stücken Strickware und Bekleidung, so der letzte Bericht des Textilministeriums des Landes.

Auch wenn die turkmenische Textil- und Bekleidungsindustrie noch in der Anfangsphase steckt, hat sie doch die Möglichkeit, schnell weiterzuwachsen. Präsident Gurbanguly Berdimuhamedov betont, dass die Investitionen des Landes in seine Infrastruktur und Innovationen eine konkurrenzfähige Exportposition sicherstellen werden. Derzeit gehören die USA, Kanada, Russland, die Türkei, China, die Ukraine, Deutschland, Italien und Großbritannien zu den Hauptimporteuren Turkmenistans. Internationale Einzelhändler und Marken wie Sara Lee, Walmart, JC Penney, Puma und andere haben Turkmenistan bereits für die teilweise Deckung ihres Bekleidungs- und Texttilbedarfs für sich entdeckt.