Als die beiden letzten in einer immer länger werdenden Reihe internationaler Marken und Einzelhändler

haben sich US-Jugendmodemarke Forever 21 und der britische Modeeinzelhändler New Look nach Kontaktierung durch PETA dazu entschlossen, Angora in ihren Produkten zu verbieten.

"Peta applaudiert New Look und Forever 21 dafür, das richtige für Tiere und Verbraucher zu tun”, kommentierte Yvonne Taylor von Peta die Entscheidung. "Die Kunden waren geschockt herauszufinden, dass das ‘Angora’-Label bedeutet, dass lebenden Kaninchen das Fell ausgerissen wird, und sie sind erleichtert, wenn ihre Lieblingsgeschäfte sich weigern, diese Tierquälerei zu unterstützen”, fügte sie hinzu.

Die aktuelle Debatte um die Verwendung von Angora begann Ende November als die Tierrechtsorganisation Peta ein Video veröffentlicht hatte, das mit versteckter Kamera in zehn Angorafabriken in China gedreht wurde. Darauf sah man, wie lebenden Angorakaninchen das Fell ausgerissen wurde und die Tiere vor Schmerzen schrien. Seitdem haben sich verschiedene Modemarken und Einzelhändler wie H&M (einschließlich COS, & Other Stories und Monki) und IC Companys als erste sowie Asos, Boden, Cheap Monday, Marks & Spencer, Next, Calvin Klein und Tommy Hilfiger für den Verzicht auf Angora in ihren Produkten und Geschäften entschieden, bis die Frage nach der artgerechten Beschaffung und Produktion geklärt ist.

Die verbleibenden Bekleidungsunternehmen verfolgen verschiedene Strategien: Einige wie Coat, Debenhams, Gina Tricot, Hobbs, Next, Phase Eight, Primark, Ted Baker und Whistles haben sich verpflichtet, in zukünftigen Kollektionen auf Angora zu verzichten, verkaufen aber weiterhin Angora in aktuellen Kollektionen. Andere wie die Arcadia Group (zu der Topshop, Topman und Miss Selfridge gehören), C&A, Esprit, French Connection, Gap Inc. und Zara haben bereits den ersten Schritt getan und Angora bis auf weiteres verboten, verkaufen aber weiterhin aktuelle Kollektionen mit Angora. Zudem haben sie sich noch nicht ausdrücklich für ein Verbot in zukünftigen Kollektionen ausgesprochen.

Der deutsche Hersteller von Garnen und Naturfasern Michael Dal Grande hatte das Peta-Video als “zu einseitig und stark verkürzt” kritisiert, da es nur Kaninchen des Haartyps “Spiky Angora” zeige, der nur 10 Prozent der weltweiten Angoraproduktion ausmache. Tatsache bleibt jedoch, dass 90 Prozent der weltweiten Angoraproduktion aus China stammt, einem Land, in dem es weder Strafmaßnahmen gegen Tierquälerei in Angorabetrieben noch jedwede Bestimmungen zum Umgang mit Tieren im allgemeinen gibt.
 

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