Die jüngsten Brandkatastrophen in Zulieferländern wie

Bangladesch und Pakistan haben auch die deutsche Modebranche nicht unberührt gelassen. Der German Fashion Modeverband Deutschland e.V., der rund 270 deutsche Modemarken repräsentiert, will jetzt für mehr Transparenz bei der Beschaffung sorgen.

Auch wenn immer weniger Textilien aus Fernost kommen beziehungsweise die europäische Textilproduktion derzeit zulegt, bleibt China jedoch Textilexporteur Nummer Eins für Deutschland, gefolgt von der Türkei und Bangladesch. Mit Einfuhrvolumen von jeweils 7,5 Milliarden Euro, 2,84 Milliarden Euro und 2,77 Milliarden Euro (laut den aktuellen Zahlen von German Fashion) wird sich daran auch so schnell nichts ändern.

Zulieferer zu wechseln oder neue zu finden, gestaltete sich bis jetzt schwierig, da Betriebe vor Ort ausfindig gemacht beziehungsweise überprüft werden mussten. "Viele unserer Mitglieder arbeiten seit Jahren mit festen Partnern in Fernost zusammen. Doch jede Veränderung bei den Ländern oder Produzenten erforderte bisher einen immensen Recherche- und Reiseaufwand", äußerte sich German Fashion-Hauptgeschäftsführer Thomas Rasch laut Onlinemagazin TextilWirtschaft auf einer Pressekonferenz.

Hier will German Fashion seine Mitglieder jetzt unter die Arme greifen: Konkret kooperiert der Verband seit Jahresbeginn mit dem New Yorker Unternehmen Tradegood (vormals iSupplier Intelligence), das anhand seiner Beschaffungsdatenbank Einkäufer und Lieferanten weltweit miteinander in Kontakt bringt. Verschiedene Branchenverbände benutzen Tradegood bereits, darunter die Bangladesh Garment Manufacturers and Exporters Association.

Obwohl nicht auf die Textilindustrie spezialisert, läßt Tradegood seine Benutzer die mehr als 20.000 geprüften Lieferanten und 3.000 Einkäufer anhand von über 50 Suchkriterien eingrenzen. "Wir bekommen 1000 Anfragen pro Monat und besuchen insgesamt 800 Fabriken täglich", gab Tradegoods Leiter für Geschäftsentwicklung Jan Gutknecht an. Die mangelnden Sicherheits- und Sozialstandards in den meisten asiatischen Zulieferländern bleiben allerdings weiterhin eine Herausforderung für die Branche.
 

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