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Indische und US Firmen planen Investitionen in Äthiopien

6. Mai 2014

In zwei separaten Fällen haben Vertreter der indischen und US-Textil- und

Bekleidungsindustrie Äthiopien besucht, um nach Investitionsmöglichkeiten Ausschau zu halten. Während die Delegation aus den USA damit beschäftigt war, verschiedene Industriegebiete zu begutachten, hatte sich die indische ShriVallabh Pittie (SVP) Group bereits für die Einrichtung einer Spinnerei im Industriegebiet in Kombolcha entschieden; laut der Ethiopian News Agency eine Investition von 550 Millionen US-Dollar.

Die US-Delegation bestand aus 40 Investoren, darunter Vertreter der VF Corporation und Phillips-Van Heusen (PVH), einschließlich Mark Green, PVHs Vizepräsident. Die Delegation traf sich letzte Woche auch mit dem äthiopischen Präsidenten Mulatu Teshome in Addis Abeba.

Im Namen der gesamten Delegation bestätigte Green das Interesse der US-Firmen an Investitionen in der äthiopischen Textil- und Bekleidungsindustrie. Er stellte die günstige Investmentpolitik des Landes, das Vorhandensein einer großen Arbeiterschaft und verläßlicher Stromversorgung als Hauptattraktionen für Investoren heraus. Green lobte auch die Einrichtung von Industriezonen in verschiedenen Teilen des Landes als Zeichen der Entschlossenheit der äthiopischen Regierung, einen Strukturwandel in der industriellen Fertigung zu erzielen.

Präsident Teshome versicherte, dass die äthiopische Regierung Investitionen im industriellen Sektor unterstützen werde und verwies auch auf den Baumwollanbau des Landes auf mehr als 30.000 Quadratkilometern als zusätzlichen Anreiz für Textil- und Bekleidungsproduzenten. Initiativen wie das African Growth and Opportunities (AGOA) Gesetz ermöglichen Investoren zudem einen leichten Zugang zum US-Markt.

Wegen genau dieser Vorteile – das riesige Potential durch Rohbaumwolle, die Verfügbarkeit von Arbeitskräften, Strom und Wasser, ein schnelles Wirtschaftswachstum und Zugang zum internationalen Markt – entschied sich die SVP Group für Äthiopien als Standort für ihre Spinnerei, die im nächsten Jahr voll betriebsfähig sein soll. Das Unternehmen entschied sich aufgrund der Nähe zu den Baumwollanbaugebieten Metema und Humera für den Standort Kombolcha.

Laut SVPs Vorstandsvorsitzendem Vinod Kumar Pittie wird die neue Spinnerei eine Kapazität von 280 Tonnen Baumwollgarn pro Tag haben und wird 13.000 Arbeitsplätze schaffen. Das hergestellte Garn wird hauptsächlich für den Export produziert, besonders für die USA, Deutschland, Italien, Schweden und die Türkei.

Für das laufende Finanzjahr 2013-14 visiert die äthiopische Regierung ein Exportziel von 500 Millionen US-Dollar an, was angesichts der Zahlen vom Vorjahr ambitioniert erscheint. Die Exporte erreichten für das Gesamtjahr 99 Millionen US-Dollar beziehungsweise für das erste Quartal 2013-14 29 Millionen US-Dollar. Es waren jedoch im ersten Quartal nur 58 der 110 Textil- und Bekleidungsfabriken des Landes betriebsfähig. Branchenexperten rechnen daher damit, dass die Produktionskapazität für den Rest des Jahres angehoben wird, um näher ans Ziel heranzurücken.