Die Regierung von Kambodscha verkündete vor wenigen Tagen, dass der Mindestlohn von Textil-

und Bekleidungsarbeitern ab 1. Januar 2015 auf 128 US-Dollar (103 Euro) pro Monat erhöht werde.

Damit liegt der neue Mindestlohn über dem vom Beratenden Arbeitsausschuss (LAC) vorgeschlagenem Betrag von 123 US Dollar (99 Euro), aber weit unter dem von den Gewerkschaften und Arbeitern geforderten Mindestlohn von 160 US-Dollar (128 Euro) pro Monat.

In einer Stellungnahme erklärte das Arbeitsministerium, dass der Gesamtmonatslohn mit Zuschlägen für Transport, Beschäftigungsdauer und anderen Zahlungen zwischen 147 US-Dollar und 156 US-Dollar pro Monat liegen werde.

Die letzte Erhöhung des Mindestlohns für Bekleidungsarbeiter erfolgte vor einem Jahr im Dezember 2013, als er zunächst von 80 US-Dollar auf 95 US-Dollar und dann 100 US-Dollar erhöht wurde.

Dass das Grundgehalt mit Standardzuschlägen und Zulagen auf rund 145 US-Dollar pro Monat steigt, ist deshalb von Bedeutung, da es damit den Löhnen in Vietnam gleichkommt, Kambodschas Konkurrent mit ähnlichem Hintergrund und Arbeitsbedinungen. Allerdings sind die Bekleidungsarbeiter in Vietnam weitaus produktiver.

Die Bekleidungsarbeiter Kambodschas und ihre Gewerkschaften sind schon oft auf die Straße gegangen, um für bessere Löhne zu kämpfen. Laut GMAC, dem Verband der Bekleidungshersteller Kambodschas, gab es im Jahr 2012 121 Protestaktionen und im Jahr 2013 gar 131. Im Dezember 2013 und Januar 2014 kam es sogar zu gewalttätigen Ausschreitungen seitens der Demonstranten und der Polizei, und etliche Bekleidungsfabriken mussten zeitweilig geschlossen werden.

Die Bekleidungsindustrie Kambodschas beschäftigt mehr als 600.000 Arbeiterinnen und Arbeiter in 800 Fabriken. Die Herstellung von Konfektionskleidung ist das größte Exportgeschäft, das jährlich rund fünf Milliarden US-Dollar zur Wirtschaft des Landes beiträgt.

 

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