Insgesamt eine Million US-Dollar (rund 770.000 Euro)

will der Textildiscounter Kik als Wiedergutmachung zahlen. Bei einem verheerenden Feuer in einer pakistanischen Textilfabrik in Karatschi Mitte September waren rund 260 Menschen ums Leben gekommen. Wie sich herausstellten, hatten Ali Enterprises unter anderem Jeans für Kik hergestellt.

Eine halbe Million US-Dollar (385.000 Euro) will Kik jetzt an die Familien der Hinterbliebenen zahlen – rund 1,500 Euro pro Opfer, wobei es immer noch Unstimmigkeiten in Bezug auf die genaue Zahl der Toten gibt. Eine weitere halbe Million US-Dollar will Kik in Brandschutzmaßnahmen und längerfristige Hilfe investieren.

Die Aufstockung der Zahlung geht laut Gewerkschaftsvertreter Nasir Mansoor in Karatschi auf Bemühungen seiner Vereinigung und der Clean Clothes-Organisation zurück. Die Gewerkschaft habe gedroht, den Billiganbieter zu verklagen, sollte er nicht zahlen.

Bis jetzt besteht noch Unklarheit darüber, wann und über wen die Auszahlung erfolgen soll. Ein Hilfsfond soll gegründet werden, in den eine “breite Allianz von pakistanischen Partnern” eingebunden werden soll.

Die pakistanische Regierung hatte bereits Zahlungen in Höhe von 700.000 Rupien (5.600 Euro) an mehr als hundert Familien ausgezahlt; etliche Hinterbliebene und verletzte Arbeiter warten jedoch noch auf jedwede Entschädigung.

Der Brand in Karatschi hatte die unzureichenden Brandschutzmaßnahmen ans Licht gebracht, die nicht nur in vielen Textil- und Bekleidungsfabriken in Pakistan herrschen, sondern auch in denen anderer Zulieferländer. Vergitterte Fenster und versperrte Fluchtwege hatten dazu geführt, dass den Arbeitern nur ein Weg nach draußen blieb und viele sich so nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten.
 

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