Nachdem am Dienstagabend mehr als 300 Textilarbeiter in zwei

verheerenden Fabrikfeuern in Pakistan starben, wurden jetzt weltweit Forderungen laut, die Arbeitsbedingungen im Textil- und Bekleidungssektor in Pakistan und anderen Ländern zu verbessern.

Wie berichtet, waren bei dem Feuer in der Fabrik in Karatschi mehr als 260 Menschen ums Leben gekommen, da es nur einen Ausgang gab – alle Notausgänge waren von den Fabrikbesitzern verschlossen worden, um dem Diebstahl von Kleidungsstücken vorzubeugen. Zudem waren die Fenster größtenteils vergittert.

Ali Enterprises stellte Unterwäsche für den Export nach Europa und in die USA her. Gegen die drei flüchtigen Besitzer Abdul Aziz, Mohammad Arshad und Shahid Bhaila wurden Haftbefehle erlassen sowie ein Ausreiseverbot verhängt. In Lahore waren ebenfalls am Dienstag bei einem Brand in einer vierstöckigen Schuhfabrik 25 Menschen ums Leben gekommen.

Die beiden Brände haben weltweit Empörung über die Arbeitsbedingungen in den Fabriken hervorgerufen, die ohne die einfachsten Sicherheitsvorkehrungen wie Feuermelder oder Löschbrausen operierten. Leider sind die beiden Fabriken unter den rund 4.000 Kleiderfabriken des Landes keine Einzelfälle.

“Diese Todesfälle hätten vermieden werden können,” sagte Sam Maher von der britischen Anti-Sweatshop-Organisation Labour Behind the Label. “Notausgänge gab es entweder nicht oder sie waren verschlossen, und die Arbeiter waren gefangen. Dies ist das normale Bild: Es ist sehr wohl bekannt, dass viele Arbeitsplätze nicht sicher sind und dass Arbeiter in den wichtigsten Herstellungsländern täglich ihr Leben riskieren, um Kleidung für Europa und die USA herzustellen.”

International wurde die Forderung nach stärkeren gesetzlichen und anderen Hilfsmaßnahmen laut, um die Sicherheit und Gesundheit dieser Arbeiter am Arbeitsplatz zu. In Pakistan protestieren Gewerkschaften und Arbeitergruppen seit den Großbränden, um auf die Situation aufmerksam zu machen.

In Karatschi blieben am gestrigen Donnerstag Schulen, Fabriken und Geschäfte geschlossen und es fanden Trauerzeremonien für die Opfer in der gesamten Stadt statt. Pakistans Textil- und Bekleidungsindustrie trägt rund 9 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei und beschäftigt rund 2,5 Millionen Menschen.
 

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