Chinchillas, Nerze und andere Pelztiere dürfen im wohlhabenden brasilianischen Staat Sao Paulo nicht länger

wegen ihres Fells gezüchtet werden.

Tiere, die für die Modebranche gezüchtet werden, stehen unter Stress, werden misshandelt und "in Käfigen gehalten, die so klein sind, dass sie sich nicht vernünftig bewegen können", heißt es in einem neuen Gesetzesentwurf. "Diese Grausamkeiten machen Mode, die Pelze von Tieren verwendet, unmoralisch und unvertretbar."

Laut Aussage der Staatsregierung ist Brasilien nach Argentinien einer der größten Chinchilla-Produzenten der Welt. Das neue Gesetz will Tiere schützen, dessen Fell für Mäntel, Jacken und Accessoires genutzt wird, einschließlich Kaninchen, Füchsen, Nerzen, Dachsen, Seehunden, Koyoten, Eichhörnchen und Chinchillas.

Diejenigen, die das Gesetz missachten, werden mit Geldstrafen von über 10.000 Real (rund 3.200 Euro) bedacht; eine Summe, die sich im Fall eines weiteren Verstosses verdoppelt. Jedes Chinchilla-Fell bringt je nach Wechselkurs rund 49 Euro ein. Für einen knielangen Mantel können bis zu 200 Tiere gebraucht werden.

Es überrascht nicht, dass die Pelzfarmer sich gegen das neue Gesetz wehren. Laut einem Bericht in der Tageszeitung Folha de Sao Paulo hat ein Farmer bereits mit der Tötung von 1.500 weiblichen Chinchillas begonnen, um zu verhindern, dass sie sich vermehren. "Das Gesetz wird durchkommen. Für uns ist es vorbei", resümierte auch Carlos Peres, Chef des Chinchillazüchter-Verbandes, gegenüber der Zeitung.

Staatspräsident Geraldo Alckmin verabschiedete das Gesetz am Dienstag, worüber einen Tag später in der örtlichen Presse berichtet wurde. Mitte Oktober waren Tierschutzaktivisten der Animal Liberation Front in eine Chinchillafarm in Sao Paulo eingebrochen und hatten rund 100 Tiere gerettet.

Im Oktober 2013 brachen Aktivisten in ein Pharma-Labor ein und retteten Hunde, die für Tierversuche benutzt wurden. Die Praxis, Kosmetika, Parfums und Körperpflegeprodukte an Tieren zu testen, wurde bereits im Januar verboten.

 

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