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Tazreen-Eigentümer wegen Totschlags angeklagt

24. Dez. 2013

Mehr als ein Jahr nach dem tödlichen Feuer in der

Bekleidungsfabrik Tazreen Fashions am Rande Dhakas in Bangladesch hat der Prozess gegen die Verantwortlichen endlich begonnen. Der Großbrand hatte im November 2012 mehr als 110 Arbeiter getötet; die meisten von ihnen Frauen. Insgesamt sind 13 Verantwortliche angeklagt, darunter der Fabrikbesitzer Delwar Hossain und seine Frau sowie Wachpersonal und Manager.

"Delwar und seine Frau Mahmuda Akter... und 11 andere wurden auf Totschlag durch Fahrlässigkeit angeklagt," bestätigte der polizeiliche Ermittlungsbeamte AKM Mohsinuzzaman Khan gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Die Gewerkschaften vor Ort waren enttäuscht von der Anklage, denn sie hatten darauf gehofft, die Verantwortlichen wegen Mordes anzuklagen. Sollten sie jedoch schuldig gesprochen werden, erwartet alle 13 Angeklagten ein Leben hinter Gittern. Viele sehen die Anklage als einen Schritt nach vorn in einem Land, in dem viele mächtige Fabrikbesitzer es häufig schaffen, ohne jegliche Strafe auszugehen.

Laut Anklageschrift missachteten die Verantwortlichen Arbeitsrechte und bauten das Fabrikgebäude anhand fehlerhafter Planung und ohne Notausgänge. Der Vorfall stellt bis heute das schlimmte Fabrikfeuer des Landes dar, wurde aber nur wenige Monate später von dem Einsturz des Rana Plaza-Gebäudes in Savar überschattet, in dem sich fünf Bekleidungsfabriken befanden und das mehr als 1.100 Arbeitern das Leben kostete.

Die Regierung Bangladeschs, Gewerkschaften und internationale Marken und Einzelhändler haben sicht seitdem verpflichtet, die Bedingungen in den 4.500 bis 5.000 Bekleidungsfabriken des Landes zu verbessern.
Bangladesch
Tazreen