Angesichts der heute in Taschkent endenden internationalen usbekischen

Baumwoll- und Textilmesse, haben internationale Bekleidungsmarken und Einzelhändler ihre Bemühungen verstärkt, keine Baumwolle aus Usbekistan mehr in ihren Lieferketten zu verwenden, die mit Zwangs- oder Kinderarbeit geerntet wurde.

Die britische Handelskette Tesco, der zweitgrößte Einzelhändler der Welt, hat als jüngstes Unternehmen den "Cotton Pledge" des Responsible Sourcing Networks (RSN) unterzeichnet. Die kalifornische Organisation widmet sich der Beendung von Zwangsarbeit und Verstößen gegen die Menschenrechte, die bei der Verwendung von Rohmaterialen in alltäglichen Produkten entstehen.

“Tesco war einer der ersten Einzelhändler, der 2007 den Gebrauch von usbekischer Baumwolle in seiner Lieferkette unterband. Wir sind jetzt sehr stolz darauf, zu den Unterzeichnern der Cotton Pledge zu gehören”, sagte Giles Bolton, Tescos Direktor für nachhaltige Beschaffung. “Die Beseitigung von Baumwolle, die durch Zwangsarbeit geernet wurde, ist ein wichtiger Schritt im nachhaltigen Beschaffungsprozess. Dies und die Ausrottung weiterer Menschenrechtsverstöße, die tief in der weltweiten Lieferkette versteckt sind, braucht gut koordinierte Anstrengungen.”

Auch wenn die Märkte für durch Zwangsarbeit geerntete Baumwolle schrumpfen, da Marken und Verbraucher weltweit diese Menschenrechtsverletzungen bekannt sind, werden jedes Jahr noch über vier Millionen usbekische Bürger gezwungen, unter Androhung heftiger Geldstrafen auf den Baumwollfeldern zu arbeiten.

Darunter sind viele im öffentlichen Dienst Beschäftigte wie Krankenschwestern, Beamte und Lehrer, da sie leicht zu erreichen sind. “Ich bin erst seit einem Jahr als Lehrer tätig und habe diese Entscheidung bereits tausend Mal bereut", sagte ein solcher zur Baumwollernte gezwungener Lehrer gegenüber Radio Ozodlik.

Durch Druck auf die usbekische Regierung von Seiten der internationalen Gemeinschaft und besonders der Bekleidungsindustrie und gezielter fünfjähriger Überzeugungsarbeit konnte errreicht werden, dass zumindest Kinder zwischen 7 und 15 Jahren nicht mehr auf den Feldern arbeiten müssen.

Aber auch wenn die Jüngsten nicht mehr dabei sind, wird doch noch eine große Anzahl älterer Schüler und Erwachsener gezwungen, ihren Platz einzunehmen. Glücklicherweise wächst die Zahl der Einzelhändler, die an dieser Form der Unterdrückung nicht teilhaben wollen.

“Ich beglückwünsche Tesco und die anderen Einzelhändler und Marken zur Aufrechterhaltung ihres Versprechens, Baumwolle aus Usbekistan zu meiden", sagte RSN- Leiterin Patricia Jurewicz. “Indem die größten Einzelhändler der Welt an einem Strang ziehen, zeigen sie, dass sie sich verpflichten, ihren Teil dazu beizutragen, Zwangsarbeit von Kindern und Erwachsenen zu unterbinden.”

Bis jetzt haben 153 Bekleidungsmarken und Einzelhändler das Baumwoll-Versprechen unterzeichnet, darunter Adidas, Asda, C&A, Carrefour, Disney, Gap, H&M, Inditex, Kering, Li & Fung und Nike.

 

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