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Adidas regt Hilfsfond an

8. Okt. 2012

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Der wie berichtet ins Kreuzfeuer geratene Sportartikelkonzern Adidas will sich jetzt doch für Arbeiter in Billiglohnländern einsetzen. Das Unternehmen hat die Branche dazu angeregt, einen Hilfsfond für betroffene Arbeiter einzurichten, der dann greift,

wenn ihr Betrieb plötzlich schließt, Löhne nicht mehr bezahlt werden können und staatliche Hilfe nicht zu erwarten ist.

Das
hört sich zunächst gut an, doch die Verwirklichung ist noch weit entfernt, da Adidas nicht allein agieren, sondern möglichst viele Unternehmen der Branche – darunter auch Konkurrenten – für seinen Plan gewinnen möchte. “Es macht keinen Sinn, wenn ein Unternehmen so was allein macht,” äußerte sich Adidas. Jetzt ist für Ende Oktober ein Treffen mit weiteren Mitgliedern der Fair Labor Association (FLA) wie Nike und Puma geplant, auf dem Details besprochen werden sollen.

Adidas hatte jüngst Schlagzeilen gemacht, als die US-amerikanische Cornell-Universität den für das Unternehmen äußerst lukrativen Sponsorvertrag aufgrund von ausstehenden Abfindungszahlungen für indonesische Arbeiter gekündigt hatte. Adidas hatte darauf verwiesen, PT Kizone sei bereits zu dem Zeitpunkt, als es seine Arbeiter habe sitzenlassen, kein Adidas-Partner mehr gewesen.

Zahlreiche Organisationen hatten Adidas aber trotzdem aufgefordert, die Abfindungen zu zahlen, darunter auch die Kampagne für saubere Kleidung (CCC). “Adidas stiehlt sich aus der Verantwortung,” sagte CCC-Experte Lars Stubbe. Ihm zufolge ist die Lage bei Markenherstellern wie Adidas, Puma oder Nike nicht besser als bei Billigproduzenten wie Aldi, Lidl oder Kik. “Von den höheren Preisen kommt bei den Arbeitern nichts an,” sagte Stubbe.

Adidas läßt seine Sportartikel zurzeit in über 1,200 Firmen in 63 Ländern fertigen und beschäftigt rund eine Million Menschen in diesen Betrieben weltweit. Man kann also nur hoffen, dass den schönen Worten auch Taten folgen, um die Situation der Arbeiter in Billiglohnländern langfristig zu verbessern.

Foto: MyLifeStory
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