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Adidas will endlich Detox-Auflagen erfüllen

16. Juni 2014

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Der im November 2013 von Greenpeace veröffentlichte Detox-Catwalk hatte den Sportartikelhersteller Adidas noch als “Greenwasher” bezeichnet - ein Unternehmen, das sich zur Detox-Kampagne verpflichtet, aber bei den geforderten Verbesserungmaßnahmen nicht Wort hält. Pünktlich zur

Fussballweltmeisterschaft und nach zahlreichen Greenpeace-Protesten vor verschiedenen Adidas-Filialen auch in 20 deutschen Städten Ende letzten Monats hat der Konzern endlich eingelenkt und will jetzt seine Produktion entgiften.

"Der Druck hat gewirkt - rechtzeitig zur WM macht Adidas entscheidende Schritte nach vorn und übernimmt eine Führungsrolle in der Sportartikelbranche", kommentierte Manfred Santen, Chemie-Experte von Greenpeace.

100 Prozent giftstofffrei bis 2020

Adidas hat jetzt einen Plan enthüllt, alle gefährlichen Chemikalien in seinen Produkten zu eliminieren und bis 2020 ganz auf Giftstoffe zu verzichten. Zusammen mit Greenpeace plant das Herzogenauracher Unternehmen, ab sofort bei 90 Prozent seiner Produkte keine perfluorierten Chemikalien (PFC) mehr einzusetzen und bis Ende 2017 keine Schadstoffe in 99 Prozent aller Produkte zu verwenden beziehungsweise in 100 Prozent bis 2020.

Die Mitte Mai veröffentlichte Greenpeace-Analyse "Rote Karten für Sportmarken" hatte gezeigt, dass 33 WM-Produkte verschiedener Sportartikelhersteller mit Schadstoffen wie PFC oder Nonylphenolethoxylate (NPE) belastet waren. Außer einer Verschmutzung der Gewässer in den Produktionsländern kann PFC auch das Immunsystem oder die Fruchtbarkeit der Träger schädigen.

Adidas hat sich auch zur “vollen Transparenz” in seiner weltweiten Lieferkette verpflichtet und will bis Mitte 2016 80 Prozent der Informationen über gefährliche Chemikalien veröffentlichen beziehungsweise 100 Prozent bis 2020.

"Globale Firmen wie Adidas haben die Macht und die Verantwortung, gefährliche Gifte aus der Produktion zu kicken. Jetzt ist es Zeit für Nike und Puma nachzuziehen", forderte Santen.

Fotos: Adidas Werbung, Greenpeace Detox-Kampagne