BASF verlagert Textilchemie-Sparte nach Asien

Der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF will weitere Produktionssparten nach Asien verlagern. Dies berichtet das Wirtschaftsmagazin Financial Times Deutschland (FTD) in seiner Montagsausgabe. Die derzeit hoch defizitäre Textil- und Lederchemie

soll demzufolge bereits zum Jahreswechsel nach Singapur umgesiedelt werden und so zumindest vorerst einer endgültigen Abwicklung entgehen. Der erst seit 1. Juli verpflichtete Chef der Sparte, Reinhard Leppkes bestätigte gegenüber der FTD: "Die Zentrale wird zum 1. Januar 2008 in Singapur sein, um unseren Fokus auf die wichtigste Wachstumsregion zu stärken."

BASF verlagert Textilchemie-Sparte nach AsienIm Fokus steht die Geschäftssparte Textil- und Lederchemie derzeit auch innerhalb der Gesamtkonzernführung. Eggert Voscherau, Vize-soll soll  Vorstandchef von BASF teilte bereits Ende 2006 in der firmeneigenen Zeitung mit, gegen die Billiganbieter aus Asien nur mit Kostensenkungen oder einem Ausstieg aus dem Geschäft bestehen zu können. Die aktuellen Ankündigungen bezeugen zwar einerseits den guten Willen der Konzernführung, die Sparte erhalten zu wollen, die bisherigen Beschäftigten des Betriebes wird dies jedoch wenig beruhigen können. Ihre gut bezahlten Jobs werden nun zukünftig wegfallen. "Der Markt bei Leder- und Textilchemikalien ist weiterhin von starkem Wettbewerb geprägt. Wir haben auf unserer Seite in den vergangenen zwei Jahren bei beiden Geschäften unsere Wettbewerbsfähigkeit erheblich verbessert", sagte der für die Geschäfte zuständige BASF Vorstand Andreas Kreimeyer der FTD am Freitag.

"Wir werden die eingeleiteten Restrukturierungen abschließen und unser Produktportfolio über Innovation weiter verstärken." Ob BASF in Singapur jedoch genauso billig produzieren kann wie die lokalen Anbieter, die oftmals jede Art von Arbeiterrechten und Schutzmaßnahmen außer Acht lassen, sei einmal dahingestellt. Fakt ist, dass die Leder- und Textilchemikalien-Sparte weiterhin kritisch vom Konzernvorstand beäugt werden wird. Die neue Verlagerungs-Strategie muss sich also erst noch bewähren, wenn auch mit einer bisher unbegrenzten Galgenfrist versehen. Ein Sprecher von BASF ließ gegenüber der FTD zumindest verlauten, dass es in der "jetzigen Phase keinen Plan" gebe, "das Leder- und/oder das Textilgeschäft zu veräußern."

 

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