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Berlin: starkes Comeback von Lala Berlin

21. Jan. 2013

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Im Sommer hatte Leyla Piedayesh sich und ihrem Label Lala Berlin eine Auszeit von der Berliner Mercedes-Benz Fashion Week gegönnt. Am Mittwoch feierte sie eine umjubelte Rückkehr auf den Laufsteg. Mit einer Kollektion, die gewohnt groß und vielfältig, aber so

stimmig wie noch nie zuvor war.

Es

sind die Muster, die den besonderen Reiz ausmachen: Gezoomte Varianten der Lala-typischen orientalischen Dessins in verschiedenen Farben, geometrische Farbenspiele, ein düster schillernder Camouflage-Druck, und als prägnanter Höhepunkt ein Sternenprint, der wie ein astronomisches Detailfoto in hoher Auflösung wirkt. Ergänzt werden diese sofort wiedererkennbaren Teile durch einfarbige in Lachsrosa, Schwarz, Weiß und Rot in unterschiedlichsten Materialien – Wolle, Seide, Leder oder Lurex. Aber bei aller Vielfalt bildeten die Entwürfe anders als bei mancher vorherigen Lala-Kollektion eine schlüssige Einheit auf durchgehend hohem Niveau. Dass Lala Berlin nicht mehr nur ein Berliner Label ist, sondern eines, dass auf internationaler Ebene Erfolge feiern kann und entsprechend professionell – und kommerziell – agiert, zeigt, welches Niveau die Modebranche in der Hauptstadt inzwischen erreichen kann.

Ähnlich professionell und überzeugend fiel die viel kleinere Kollektion von Mongrels in Common auf. Das Label verzichtete allerdings auf den großen Auftritt auf dem Laufsteg und stellte seine neuen Entwürfe im intimen Rahmen des F95 vor – des Modeladens der Messe Premium, in dem die Kollektion auch verkauft werden wird.

Die hoch gehandelten Newcomer der vergangenen Jahre – Hien Le, Perret Schaad oder Michael Sontag – konnten hingegen diesmal keine neue Stufe erklimmen. Perret Schaad und Sontag arbeiteten sich weiterhin an ihrer bekannten, subtil konstruierten puristischen Ästhetik ab, ohne große Fortschritte zu zeigen. Alles natürlich auf hohem Niveau und mit noch einmal verfeinerten Details. Der Grat zwischen Stagnation und Prinzipientreue ist hier allerdings schmal.

Bevor mit Vladimir Karaleev und Dawid Tomaszewski am Freitag zwei Berliner Designer dann doch noch herausragende Kollektionen auf dem Laufsteg präsentierten, waren erfreuliche Fortschritte junger Modemacher aus der Hauptstadt vor allem im Studio zu sehen, dem Raum für stationäre Präsentationen kleinerer Marken im Zelt der Mercedes-Benz Fashion Week. Hier wussten die Berliner Herrenlabel Sopopular und Sissi Götze ebenso zu überzeugen wie Dietrich Emter mit seiner Damenkollektion.

Foto: Lala Berlin AW2013/14, ©Mercedes-Benz Fashion.