C&A beschließt das Aus für Avanti

Der Textileinzelhändler C&A verabschiedet sich von seiner Vertriebslinie Avanti – zumindest in Deutschland und Polen. Die Zukunft der belgischen Filialen des Niedrigpreis-Konzepts werde noch geprüft, teilte das Unternehmen am Mittwoch

mit.

"Das im Test befindliche Filialkonzept 'Avanti' wird nicht fortgesetzt," erklärte C&A lapidar. Das habe das europäische C&A Executive Board "nach eingehender Prüfung" beschlossen. Betroffen von der Entscheidung sind vorerst die 13 deutschen Standorte sowie die einzige Filiale in Polen. Über die vier Häuser in Belgien müsse noch entschieden werden. Was nun aus den deutschen Avanti-Geschäften werden soll, ist ebenfalls noch unklar. Man werde in den kommenden Wochen analysieren, "ob sie unter der traditionellen C&A-Marke weitergeführt werden können", hieß es aus Düsseldorf. Für die polnische Filiale wurde diese Lösung bereits beschlossen.

C&ABegründet wurde der Schritt damit, dass C&A künftig auf die Stärkung der Kernmarke setzen wolle. "Die größte weltweite Wirtschaftskrise seit vielen Jahrzehnten bietet gerade im Fashion-Value-Segment große Chancen," erläuterte Andreas Seitz, der Sprecher des europäische C&A Executive Board. "Diese Chancen lassen sich in der Krise durch die Konzentration auf eine etablierte Kernmarke besser nutzen als durch den Aufbau eines neuen Konzepts." Auch im Niedrigpreissegment, auf das Avanti abzielte, sieht sich das Unternehmen "durch das sehr gute Preis-Leistungs-Verhältnis von C&A hervorragend aufgestellt". Avanti sei durchaus "ein valides Konzept" gewesen, es habe sich "in wirtschaftlich unruhigen Zeiten aber leider nur schwer etablieren" lassen, erklärte Seitz. Man sei sich allerdings von vornherein bewusst gewesen, "dass der Test neuer Marken- und Filialkonzepte immer auch das unternehmerische Risiko unvorhersehbarer Kundenresonanz in sich berge".

C&A hatte Avanti im Frühjahr vergangenen Jahres mit einer ersten Filiale in Augsburg gestartet, um den Wettbewerb mit erfolgreichen Textildiscountern im Niedrigpreissegment aufzunehmen. Als Zielgruppe waren "preis- und modebewusste Kunden" ausgemacht worden. Dabei hatte man auf zentral gelegene, innerstädtische Standorte gesetzt. So wurden auch Avanti-Filialen in Metropolen wie Berlin, Bremen, Essen, Hamburg, Hannover und Köln eröffnet.

 

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