C&A will Billigmarkt aufmischen

Wer dachte, das Modeunternehmen C&A sei bereits mit seinen bisherigen Markenfilialen im niedrigen Preissegment angesiedelt, wird nun eines Besseren belehrt. Der Düsseldorfer Konzern will mit einer neuen Discount-Modekette unter dem Namen „Avanti“ künftig die Großstädte erobern

und so den Konkurrenten Kik oder Takko das Leben schwer machen. Vergangene Woche wurde bereits die erste Avanti-Filiale in Augsburg eröffnet, Nummer zwei soll am 13. März in Gelsenkirchen folgen.

Die neue Marke richte sich an modeinteressierte und gleichzeitig sehr preisbewusste Kunden, so der C&A-Vorstand Andreas G. Seitz anlässlich des Kick-Offs in Augsburg. „Mit Avanti gehen wir gezielt einen neuen Weg. Wir verbinden das Preisbewusstsein des Discount-Einzelhandels mit der Attraktivität der Innenstadt und schaffen für unsere Kunden ein Einkaufserlebnis, das es so in Deutschland bisher nicht gibt“ ist sich der Manager sicher. Deshalb habe man sich absichtlich gegen Standorte auf der grünen Wiese oder in Vorstadtregionen entschieden man setzte auf urbane Kundschaft und will diese mit modern designten Läden von der Coolness des neuen Konzepts überzeugen. Avanti-Geschäfte erscheinen daher nicht wie die bisherigen C&A-Filialen als mehrstöckige Kaufhäuser, sondern haben mit einer Verkaufsfläche von circa 3.000 Quadratmetern fast noch Boutiquen-Charakter. Billig und trendy – ein Image, mit dem sich nach Ansicht der Firmenstrategen noch viel Geld verdienen lässt. Während andere Young-Fashion-Ketten wie H&M, Zara oder New Yorker Zweitlinien im hochpreisigeren Segment aus dem Boden stampfen, setzt C&A ganz auf urbane Sparfüchse.

C&A will Billigmarkt aufmischen„Wir haben große Erwartungen an dieses Marktsegment der preis- und modebewussten Kunden,“ so Seitz in Augsburg. „Dementsprechend ambitioniert sind unsere weiteren Pläne in Deutschland – vielleicht auch darüber hinaus.“ Die Avanti-Filialen sollen künftig unter dem Dach einer eigenständigen GmbH geführt werden, dabei aber trotzdem Teil der C&A-Gruppe bleiben. Zwar werde man mit der neuen Marke die Synergien des Mutterkonzerns nutzen, verfüge jedoch über ein eigenständiges Management und werde ausschließlich eigene Kollektionen anbieten.

Um die Preisgestaltung entsprechend niedrig zu halten und trotz moderner Ausrichtung mit den Konkurrenten mithalten zu können, verzichtet Avanti weitgehend auf Werbemaßnahmen und Image-Kampagnen. Außerdem wolle man den Verwaltungsaufwand so gering wie möglich halten und beim Einkauf auf die Macht des Mutterkonzerns setzen. Dieser kann durch seine enormen Ordermengen bereits jetzt bei den Produzenten Druck machen und so die besten Konditionen aushandeln. Ein Umstand, der sich durch Avanti nun verstärken dürfte. Ein weiteres Kriterium, das die Preisgestaltung der neuen Discount-Kette positiv beeinflussen soll, ist der angekündigte Verzicht auf große Gewinnmargen. Trotzdem wolle man mit dem neuen Handelsformat Marktanteile, Umsatz und Ertrag steigern, so Seitz.

Weitere Filialen in Essen, Darmstadt und Leipzig sind bereits geplant, Mitarbeiter werden hier noch gesucht. Wie viele Geschäfte Avanti insgesamt plant, wurde bislang nicht bekannt. Auch ob und wann man mit dem Discounter-Konzept ins Ausland gehen will, steht noch nicht fest. Sollten sich die Erwartungen des Konzernvorstands jedoch wie geplant erfüllen, dürfte eine weitere, massive Expansion des Unternehmens nur eine Frage der Zeit sein.

Foto: Avanti

 

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