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C&A will endlich Verantwortung übernehmen

13. Nov. 2014

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C&A Europa veröffentlichte heute den Corporate Responsibility Report 2014, in dem der Konzern seine zukünftige Nachhaltigkeitsausrichtung vorstellt. „Wir verstärken damit unser langfristig angelegtes Engagement, alle gesellschaftlichen Gruppen, die mit dem Unternehmen in

Verbindung stehen, von dieser Beziehung profitieren zu lassen. Ein Leitgedanke, den wir seit der Unternehmensgründung vor über 170 Jahren verfolgen”, heißt es von Unternehmensseite.

Der neue Corporate Responsibility Report von C&A konzentriert sich auf drei Säulen: Sustainable Products, Sustain

able Supply und Sustainable Lives. Außerdem beinhaltet der Report Informationen zur strategischen Ausrichtung des Konzerns bis 2020. Die Pläne für den Bereich Sustainable Products lauten wie folgt: „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, langlebige, qualitative Produkte anzubieten, deren Rohstoffe und Herstellungsprozesse die natürlichen Ressourcen bewahren und sicher für die Menschen sind. Bis 2020 soll die gesamte Baumwollkollektion aus nachhaltigerem Anbau bezogen werden.” Damit folgt C&A dem Trend, den H&M mitbestimmt hat, der Schwede ist mittlerweile der weltweit größte Abnehmer für Bio-Baumwolle und will dies auch weiterhin bebehalten und ausbauen. Aktuell macht Biobaumwolle 38 Prozent des C&A-Gesamtumsatzes an Baumwollprodukten aus. Es ist also noch viel Luft nach oben.

Schluss mit Hungerlöhnen und ungeregelten Arbeitszeiten?

Weitere Ziele von C&A betreffen das Segment Sustainable Supply: „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, ein verantwortungsvolles und transparentes Lieferantennetzwerk aufzubauen, das überall dort, wo C&A Produkte hergestellt werden, einen positiven Beitrag zur sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Entwicklung leistet. C&A hat sich zudem zum Ziel gesetzt, das das Lieferantennetzwerk bis 2020 vollständig auf den Ausstoß von bedenklichen Substanzen in die Umwelt verzichtet.” Klingt gut, bleibt abzuwarten, ob Taten folgen. Die Verwendung von “bedenklichen Substanzen”, also Chemikalien, die über die Umwelt direkt in die menschliche Nahrungskette gelangen, ist momentan wieder ein viel diskutiertes Thema. Gestern erst veröffentlichte Greenpeace einen Textilratgeber, der über die Versprechen hinter den Textil-Siegeln aufklärt. Fakt ist nämlich, nur weil ein Produkt ein Siegel trägt, heißt das noch lange nicht, dass das Produkt tatsächlich giftfrei ist. Die Grenzwerte sind teils zu hoch angesetzt, die Produktion wird bei der Bewertung nicht beachtet, bloß das Endprodukt – es gibt viele Mängel bei den aktuell vorhanden Siegeln, die eigentlich ein Zeichen von herausragend guter, umweltfreundlicher Leistung sein sollten. Bleibt also abzuwarten wie viel C&A von seinen Versprechen einhält.

Die letzte der drei Säulen: Sustainable Lives. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, dass bis 2020 alle C&A-Lieferanten in einen offenen Dialog über Programme eingebunden werden, der eine Verbesserung der Existenzgrundlage und der Arbeitsbedingungen sicherstellen soll. Darüber hinaus werden weitere Programme aufgelegt, die einen positiven Beitrag für das Leben der Menschen und in deren lokalen Gemeinden leisten.” Endlich. Bisher war C&A nicht gerade für seine guten Arbeitsbedingungen bekannt. Hungerlöhne, keine geregelten Arbeitszeiten, keine Arbeitsverträge – es mangelt an allen vielen Stellen. Doch laut eigenen Angaben arbeitete der Konzern schon in diesem Jahr an Verbesserungen: „Partnerschaften mit Organisationen, deren Ziele wir teilen, etwa der Ethical Trade Initiative (ETI) und dem Bangladesh Accord on Fire and Building Safety, um sichere Arbeitsbedingungen und existenzsichernde Löhne zu erreichen.”

Martina Michalsky

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