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Charles Vögele leidet unter schwachem Euro

22. Aug. 2012

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Der schweizerische Modekonzern Charles Vögele musste im ersten Halbjahr erneut 2012 herbe Verluste einstecken. Die Geschäftsentwicklung sei durch eine verhaltene Konsumentenstimmung und den schwachen Euro geprägt

worden, so das Unternehmen.

„Vor

allem in der Schweiz litt Charles Vögele nach wie vor unter der Verunsicherung der Kunden und der Zurückhaltung im gesamten Bekleidungsmarkt. Nach dem außergewöhnlich schwachen April mit sehr niedriger Frequenz haben wir den Sommerschlussverkauf vorgezogen, was jedoch auf die Profitabilität drückte“, so Vögele-Geschäftsführer Frank Beeck. So entwickelte sich der Nettoumsatz der Gruppe in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres rückläufig und lag um sieben Prozent unterhalb der Vorgaben aus dem Vorjahreszeitraum bei 487 Millionen Schweizer Franken. Währungsbereinigt fiel der Umsatz um vier Prozent.

Immerhin konnte Charles Vögele eigenen Angaben zufolge den Betriebsaufwand dank der Optimierung der Organisation und einem straffen Kostenmanagement um 21 Millionen Schweizer Franken reduzieren, wovon wohl rund die Hälfte auf den Wertverfall des Euros zurückzuführen ist. Daraus resultieren ein Betriebsergebnis (EBIT) von -48 Millionen Schweizer Franken und ein Konzernverlust von -54 Millionen Schweizer Franken.

Einbußen musste das Unternehmen vor allem auf dem heimischen Markt hinnehmen. Die anhaltende Konsumzurückhaltung und der Einkaufstourismus als Folge des starken Schweizer Frankens hätten trotz gezielter Gegenmaßnahmen die Abverkäufe gebremst, so das Konzernmanagement. Zudem habe Charles Vögele speziell in der Schweiz unter einer negativen Berichterstattung über das Unternehmen gelitten. Insgesamt gingen in der Schweiz die Nettoumsätze in den ersten sechs Monaten 2012 daher um sieben Prozent zurück, während der Gesamtmarkt nur rund vier Prozent einbüsste. Mit einer großangelegten Imagekampagne im zweiten Halbjahr 2012 will die Gruppe nun das Vertrauen der Kunden zurück zu gewinnen.

In Deutschland reduzierte sich der Nettoumsatz in Lokalwährung hingegen nur um zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr, während der Gesamtmarkt um sechs Prozent schrumpfte. Nach Ansicht der Konzernführung bietet dieser Markt daher noch einiges Wachstumspotenzial, das in Zukunft besser ausgeschöpft werden soll.

Die Märkte in Central & Eastern Europe (CEE) kennzeichneten sich durch große regionale Unterschiede. In Polen zeigte sich das Umfeld nach wie vor anspruchsvoll, und auch Slowenien und Österreich blieben hinter den Erwartungen zurück. In Ungarn hingegen konnte das Unternehmen die Verkäufe konsolidieren. In den Märkten Belgien und Niederlande (Benelux) gelang es Charles Vögele hingegen, den Nettoumsatz währungs- und flächenbereinigt um fünf Prozent zu steigern.

Trotz der rückläufigen Entwicklung schauen die Schweizer durchaus positiv in die Zukunft. Mit der Refokussierung auf die Bedürfnisse der angestammten Kunden, der intensiven Arbeit am Produkt und den vorgenommenen Anpassungen in der Organisation habe man die entscheidenden Voraussetzungen dafür geschaffen, die im März 2012 kommunizierten Ziele „2012 – Stop the bleeding“, „2013 – Back to black“ und „2014 – Back to profit“ zu erreichen, heißt es aus dem Firmensitz in Pfäffikon. Zudem habe man in den ersten sechs Monaten 2012 keine weiteren flüssigen Mittel. „Wir sind uns bewusst, dass Charles Vögele noch nicht über den Berg ist, aber wir sind auf dem richtigen Weg“, so Frank Beeck.

Foto: Charles Vögele Gruppe