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Charles Vögele trotz Verlusten optimistisch

30. Aug. 2009

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Das schweizerische Modeunternehmen Charles Vögele konnte zwar sich umsatzseitig im ersten Halbjahr 2009 einigermaßen gegen den allgemeinen Krisentrend behaupten, musste aber beim Ergebnis hohe Verluste hinnehmen. Wie der Konzern mitteilt,

bewegte sich der Bruttoumsatz im Abrechnungszeitraum währungsbereinigt auf Vorjahresniveau, real sank der Wert jedoch um sechs Prozent auf 743 Millionen Schweizer Franken, umgerechnet etwa 490 Millionen Euro.

Gesunken ist der Bruttoumsatz allerdings auch auf vergleichbarer Fläche, und das um währungsbereinigt vier Prozent. Dass die Umsatzentwicklung nicht noch schlechter ausgefallen ist, verdankt das Unternehmen also auch seiner Expansion, wenngleich das Firmenmanagement lediglich von einem leichten Ausbau des Filialnetzes spricht.

Wenig erfreuliche Zahlen vermeldet die Vögele Gruppe beim Ergebnis. Das EBITDA sank im ersten Halbjahr um 18 Prozent auf 38 Millionen Schweizer Franken, die EBITDA-Marge ging gegenüber den Vorgaben aus dem Vorjahreszeitraum von 6,8 auf sechs Prozent zurück. Nach Abzug von Abschreibungen erzielte der Konzern einen EBIT von gerade mal sieben Millionen Schweizer Franken, ein empfindlicher Rückgang von 58 Prozent gegenüber 2008. Besonders besorgniserregend: Unterm Strich verbleibt Vögele ein Konzernergebnis von minus zwei Millionen Schweizer Franken oder rund 1,3 Millionen Euro.

Trotzdem sicht sich die Konzernführung auf dem richtigen Weg, um gestärkt aus der Krise hervorzugehen. So sei eine „substantielle, außerordentliche Bereinigung des Altwarenbestandes eingeleitet“ worden, die bereits Wirkung zeige. So habe sich das Warenlager im Juni 2009 gegenüber dem Vorjahresmonat bereits um 15 Prozent auf 30,5 Millionen Teile mit einen Warenwert von 237 Millionen Schweizer Franken reduziert werden. Ziel sei es nun, das Lager bis Ende März 2010 um sämtliche Waren, die älter als 18 Monate sind, zu bereinigen, so das Unternehmen weiter.

Weitere Kosteneinsparungen und die Erschließung neuer Absatzkanäle sollen Charles Vögele zudem möglichst bald wieder in die Gewinnzone führen. Des weiteren kündigte die Konzernführung maßgebliche Veränderungen der Aufbau- und Ablauforganisation insbesondere in den Bereichen Kollektion, Beschaffung und Warensteuerung an. „Die Kollektionsrhythmen werden verdoppelt und die Geschwindigkeit zur Erstellung der Kollektionen erhöht. Die starke Stellung im Bereich aktuelle und preiswerte Mode wird weiter ausgebaut und auf die demografisch attraktive Zielgruppe von mitten im Leben stehenden Menschen fokussiert,“ heißt es in einer Pressemitteilung des Vorstandes. Der ist sich sicher: „Ein neues Ladenbaukonzept und emotionalisierte Werbekampagnen mit einer verstärkten Inszenierung der Eigenmarken – speziell der trendorientierten Marke Casablanca – leiten die neue Ära zu einem selbstbewussten visuellen Auftritt ein.“

Trotz der weiterhin angespannten Wirtschaftslage erwartet die Vögele Gruppe für die restlichen Monate des laufenden Geschäftsjahres einen kleinen Aufschwung. Man gehe davon aus, dass sich der flächenbereinigte Umsatz besser als der rückläufige Gesamtmarkt entwickele. „Die Charles Vögele Gruppe ist überzeugt, dass sich mittelfristig die eingeleiteten Maßnahmen sowohl auf Ertrags- wie auch auf Kostenseite positiv auswirken,“ heißt es aus dem Firmensitz im schweizerischen Pfäffikon. Des Weiteren würden konkrete Maßnahmen ausgearbeitet, um die vom Verwaltungsrat in Zusammenarbeit mit der Konzernleitung gewonnenen Erkenntnisse aus der Strategic Review umzusetzen.“

Wie diese aussehen sollen und ob der Optimismus der Konzerführung gerechtfertigt ist, wird die Entwicklung in den kommenden Monaten zeigen. Angesichts der aktuellen Trendanalysen zur Konsumneigung der Verbraucher dürfte sich das angestrebte Unternehmensziel vielleicht durchaus verwirklichen lassen.

Foto: Charles Vögele Holding