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DIW erwartet nur noch schwaches Wachstum

10. Juni 2008

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Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet für das laufende Quartal eine deutliche Schwächung des Wirtschaftswachstums. Wie die Experten am Dienstag in Berlin mitteilten, sei eine Steigerung des Bruttoinlandsprodukts nur noch in marginaler Höhe von

gerade einmal 0,2 Prozent wahrscheinlich, ein im Vergleich zu den ersten drei Monaten diesen Jahres, als die Wachstumsrate noch satte 1,5 Prozent betrug, ein geradezu enttäuschender Wert.

Trotzdem sehen die Forscher keinen Grund zur Panik, der starke Rückgang sei eher ein Angleich an die Normalität, als eine Konjunkturflaute. Die Vorgaben aus dem ersten Quartal 2008 seien einfach zu hoch gewesen, und der Abschwung bringe die Zahlen nun wieder in realistische Gefilde. „Nach dem furiosen Jahresauftakt im Vorquartal ist das immer noch ein guter Wert,“ so der DIW-Konjunkturexperte Stefan Kooths und sieht die deutsche Wirtschaft weiterhin in einem Dauerhoch. Insgesamt wachse die deutsche Volkswirtschaft im ersten Halbjahr stärker als im Durchschnitt der vergangenen acht Jahre über das Gesamtjahr, so das DIW, und bleibt dementsprechend optimistisch für die Entwicklung des restlichen Jahres.

Leider kann nicht jede Branche von dem Boom profitieren. Vor allem der Bauindustrie prophezeit das DIW für das laufende Quartal eine harte Landung und prognostiziert einen Rückgang der Produktionstätigkeit von 3,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Einen Dämpfer muss wohl auch das produzierende Gewerbe hinnehmen. Hier erwarten die Experten nur noch eine geringe Wachstumsrate von 0,4 Prozent und damit den niedrigsten Wert seit drei Jahren. Niedrige Zahlen gewohnt ist hingegen der Dienstleistungssektor, der mit einer Steigerung von voraussichtlich 0,3 Prozent für keine große Überraschung sorgen wird.

Trotz Bankenkrise, Inflation und horrend steigenden Energiepreisen zeigt sich die deutsche Volkswirtschaft nach Angaben der DIW-Forscher robust. Dass die exorbitant guten Vorgaben aus dem ersten Quartal 2008 nicht zu halten sein würden, war den Experten bereits seit Langem klar. Entgegen aller Befürchtungen entwickelt sich jedoch auch das Exportgeschäft deutscher Unternehmen unvermindert gut. Und auch die Binnennachfrage ist nicht so schlecht wie ihr Ruf. Zwar haben die weltweiten Verwirrungen an den Finanzmärkten auch die deutschen Verbraucher etwas verunsichert und die Anschaffungsneigungen der Bürger sind zurückgegangen, aber die miserablen Werte vergangener Jahre drohen der deutschen Wirtschaft wohl vorerst nicht mehr.

Foto: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW)