Esprit will Luxusmarke kaufen

Das Ratinger Modeunternehmen Esprit will mittels Zukäufen weiter wachsen. Der aktuell viertgrößte Textilfilialist der Welt bestätigte gegenüber dem „Tagesspiegel am Sonntag“ entsprechende Pläne, die offenbar schon recht weit gediehen sind und wohl

 kurz vor der Umsetzung stehen. Esprit-Chef Heinz Krogner will das Unternehmen offenbar neu aufstellen und vor allem im hochpreisigen Segment Boden gut machen. „Wenn Esprit etwas kauft, dann eine Luxusmarke“ so Krogner. Dadurch, so hofft er, könne er auch namhafte Designer dazu bewegen, für Esprit zu arbeiten. „Wenn wir eine Luxus-Marke kaufen würden, würde er kommen“ ist sich Krogner sicher. Er schaue sich derzeit bereits in Europa nach geeigneten Übernahmekandidaten um, sondiere die Lage: „Ich bin mit drei oder vier Unternehmen im Gespräch, aber der Kauf darf uns nicht überfordern“ do der Firmenchef.

Aktuell sieht er jedoch gute Chancen für einen Aufsehen erregenden Deal. Aufgrund der internationalen Finanzkrise sei der Moment für einen Zukauf recht günstig. „Nach der US-Hypothekenkrise werden die Preise runtergehen, weil es für die Unternehmen schwieriger wird, an Kredite zu kommen“ ist sich Krogner sicher. Nicht ganz so sicher ist er sich jedoch darüber, ob Esprit einen entsprechenden Abschluss noch in diesem Jahr hinbekommt.

Esprit will Luxusmarke kaufenDoch nicht nur in der Positionierung, auch in der Fertigung will Esprit neue Wege gehen. Streuung heißt hier die Devise, weniger Konzentration auf China, dafür auf die Möglichkeiten anderer Staaten. „Wir müssen damit rechnen, dass wir in zehn bis 15 Jahren einen Arbeitskräftemangel in China haben werden“ so Krogner gegenüber dem „Tagesspiegel am Sonntag“. Ein Grund dafür sei die Familienpolitik der chinesischen Regierung, die per Erlass nur ein Kind pro Elternpaar erlaubt. „Darum müssen wir das Risiko streuen“.

Die Unsicherheit über die Produktionsbedingungen in China, die in letzter Zeit vermehrt auch die Medien beschäftigten, macht Krogner ebenfalls Sorgen. Man könne trotz aller getroffener Vorsichtsmaßnahmen nie ausschließen, dass auch Kinder in der Textilproduktion eingesetzt würden. Jeder der das Gegenteil behaupte, sei scheinheilig, so der Unternehmenschef. Aktuell werde die Produktion für den europäischen Markt bereits in Portugal, Süditalien und der Türkei vorgenommen. Neben Indien, in das Esprit bereits einen Teil seiner Produktion aus China verlagert hat, sollen künftig vor allem neue Fabriken in Südamerika für Esprit arbeiten. Ein Umdenken, dass sich vor allem auch logistisch positiv auswirken dürfte. Dann ist die Marke mit seiner Fertigungssparte nämlich sehr viel näher am US-Markt positioniert.

 

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