Europäisches Konsumklima: Pessimismus allenthalben

Den Einzelhändlern in weiten teilen Europas stehen offenbar düstere Zeiten bevor. Das Konsumklima in der Europäischen Union (EU) hat sich im zurückliegenden Quartal deutlich verschlechtert. Ein Hauptgrund ist, dass die Konjunktur in Deutschland schwächelt. Aber auch in anderen

Staaten sind die Verbraucher angesichts international ausstrahlender Krisen in der Ukraine und im Nahen Osten pessimistisch.

In den vergangenen Monaten ist der Konsumklimaindex für die 28 EU-Staaten, den das Marktforschungsinstitut GfK ermittelt, regelrecht eingebrochen. Er sei von 9,1 Punkten im zweiten Quartal auf 4,2 Punkte im dritten Vierteljahr gefallen, teilte die GfK am Donnerstag mit. Die Verbraucher sehen demnach die Europäisches Konsumklima: Pessimismus allenthalbenwirtschaftliche Entwicklung zunehmend kritisch. „Während der vergangenen drei Monate ist die Konjunkturerwartung in nahezu allen betrachteten Ländern gesunken, zum Teil sehr deutlich“, resümierte das Institut. Auch Einkommenserwartung und Anschaffungsneigung, die beiden übrigen Indikatoren, aus denen das Konsumklima errechnet wird, entwickelten sich in vielen Ländern wenig ermutigend.

In Deutschland drückten unerwartet schlechte Konjunkturdaten die Kauflaune. Im zweiten Quartal sank die Wirtschaftsleistung um 0,2 Prozent, für das dritte Quartal wird derzeit nur eine geringe Verbesserung erwartet. Auch der Ifo-Geschäftsklimaindex, der die Stimmung in den Unternehmen abbildet, ist zuletzt abgesackt. Im September habe er den tiefsten Wert seit April 2013 erreicht, erklärte die GfK. Nicht zuletzt die unsichere Situation ist Osteuropa infolge der Ukraine-Krise und die Sanktionen gegen Russland belasten aktuell die Geschäfte. Zudem drückt die nachlassende Nachfrage in großen Schwellenländern wie China und Brasilien die Exporte.

Die Ukraine-Krise belastet die Kauflaune in vielen osteuropäischen Ländern – und die deutsche Exportwirtschaft

Die deutschen Verbraucher schraubten angesichts der anhaltend schwierigen Rahmenbedingungen ihre Erwartungen an die konjunkturelle Entwicklung deutlich zurück. Infolgedessen sanken die Einkommenserwartung und die Anschaffungsneigung im dritten Quartal ebenfalls deutlich.

Pessimistisch sind die Bürger auch in Frankreich und Italien, zwei wichtigen europäischen Märkten, die anders als Deutschland schon seit langem wirtschaftliche Probleme haben. In beiden Ländern erwarten die Verbraucher keine Verbesserung der Konjunktur und der Einkommen. In Italien stieg immerhin die Anschaffungsneigung geringfügig. Deutlich verschlechtert haben sich die Konjunkturerwartungen auch in Großbritannien, den Niederlanden und Österreich.

In Südeuropa bietet sich teilweise ein anderes Bild: In Spanien und Portugal glauben die Verbraucher daran, dass sich die wirtschaftliche Erholung nach dem Einbruch infolge der internationalen Finanzkrise fortsetzen wird. In Griechenland, dem Staat, der von der Krise am härtesten getroffen wurde, rechnen die Bürger allerdings nach wie vor nicht mit Verbesserungen.

In weiten Teilen Osteuropas belasten die Ukraine-Krise und ihre politischen und wirtschaftlichen Folgen die Kauflaune. Das verdeutlichen schwache Indikatoren in Polen, Tschechien und Bulgarien. Ausnahmen bilden Rumänien und insbesondere die Slowakei, wo die Bürger aufgrund der langfristig positiven Wirtschaftsentwicklung etwas optimistischer sind als in den übrigen EU-Staaten.

Foto: ECE
 

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