"Fair Trade"-Label jetzt auch für Textilien

Das für faire Produktions- und Handelsbedingungen stehende "Fair Trade"-Siegel des Vereins Transfair hält endlich auch Einzug in die Modebranche. Das Sozial- und Umweltzeichen wurde bisher vor allem durch die Auszeichnung von Kaffee, Tee, Nüssen und anderer Lebensmittel bekannt.

"Fair Trade"-Label jetzt auch für TextilienDer Transfair e.V. wolle auch auf dem Textilmarkt Akzente setzen und so nachhaltig produzierte Kleidung endlich eine Chance zu geben, so Dieter Overath, Geschäftsführer des Vereins und konstatiert: "Wir sind überzeugt, dass die Zeit reif ist, auch im Textilmarkt den Konsumenten eine bessere Alternative anzubieten."

Die Kriterien zum Erhalt des "Fair Trade"-Siegels sind vielfältig. Alle Hersteller innerhalb der Produktionskette wie Spinnereien, Webereien oder Konfektionäre müssen sich an soziale Standards halten. Sie verpflichten sich, die anerkannten Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) einzuhalten", so Rüdiger Meyer, Geschäftsführer des Modelabels FLO-CERT, dessen Produkte zu den ersten gehören, die nun in Düsseldorf mit dem Siegel ausgezeichnet wurden. Im Mittelpunkt der sozialen Bemühungen stünden jedoch die Kleinbauern in Afrika, Asien und Lateinamerika, die die Fairtrade-Baumwolle anbauen. "Fairtrade stärkt ganz bewusst das schwächste Glied der Produktionskette, die Baumwollproduzenten und ihre Familien", so Heinz Fuchs, Vorstandsvorsitzender von TransFair. Vor allem die kleinen Plantagenbesitzer in Afrika stünden im Fokus der so genannten "Lohas". Immerhin seien dort rund 20 Millionen Menschen von der Baumwolle als Haupteinnahmequelle abhängig.

Unterstützung erhält der Transfair e.V. nun auch aus der Modebranche selbst, die das Geschäft mit dem guten Gewissen ebenfalls für sich entdeckt hat. So unterstützt auch das Deutsche Modeinstitut (DMI) den Fairtrade-Gedanken: "Offenkundig ist die Branche bereit, sich dieser Verantwortung zu stellen. Schließlich wird Mode für moderne Menschen gemacht, die ihren Lebensstil und damit ihre Weltanschauung materialisiert sehen möchten", so Gert Müller-Thomkins, Geschäftsführer des Deutschen Modeinstituts.

Und auch Frank Hartmann, Geschäftsführer der Düsseldorfer Messeveranstalter Igedo Company, befürwortet die Einführung des Fairtrade-Siegels in der Branche. "Es ist ein wichtiger Schritt, damit sich fair gehandelte Baumwolle auch in Deutschland weiter durchsetzen kann."

Bisher haben bereits folgende Marken das "Fair Trade"-Siegel bekommen: Gardeur (Jeans), Nanso (Kleider, T-Shirts und Röcke), Switcher, Social Fashion Company, Milch Fairtrade Shirts, Memo, Better Merchandising und Helvetas (alle für T-Shirts), Christy Towels, Dömer Clarysse (Handtücher und Badematten), Frankenstolz (Bettwäsche) und Hydra (Wattepads). Wo es die politisch korrekten Produkte zu kaufen gibt, ist auf der Transfair-Website nachzulesen.

 

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