Gerry Weber: „Bis 2020 unter den Top 3 Europas“

Der Modeanbieter Gerry Weber bekommt aktuell die ersten negativen Auswirkungen der schwachen Konjunktur zu spüren. Aufgrund sommerlicher Temperaturen im September und Oktober dieses Jahres sowie der rückläufigen Kundenfrequenz in den Innenstädten hätten die Abverkäufe des

vierten Quartals 2013/14 nicht die Erwartungen der erfüllt, so das Management. Vor dem Hintergrund der Bedeutung des vierten Quartals auf die Umsätze und Erträge des gesamten Geschäftsjahres erachte man daher die Erreichung der im Januar 2014 gegebenen Umsatz- und Ertragsziele als nicht mehr gewährleistet.

Gerry Weber: „Bis 2020 unter den Top 3 Europas“Ursprünglich gingen die Verantwortlichen von einem Umsatzziel von 900 Millionen Euro und einem operativen Ergebnis (EBIT) von 120 Millionen Euro aus. Nun rechnet der Vorstand mit einem „deutlich geringeren Umsatz“ für das abgelaufene Geschäftsjahr. Immerhin: Trotz niedrigerer Umsätze als ursprünglich geplant hat sich die Profitabilität der Gerry Weber Gruppe verbessert, so dass der Vorstand für 2013/14 noch immer von einer Steigerung der EBIT-Marge im Vergleich zum Vorjahr ausgeht.

Um künftig weniger von regionalen kunjunkturellen Schwankungen und lokalen Wetterlagen abhängig zu sein, soll nun die Auslandsexpansion im Mittelpunkt der hauseigenen Firmenstrategie stehen. Man fokussiere derzeit die internationale Expansion des eigenen Retail Bereiches sowie die Vertikalisierung der Vertriebskanäle, so das Management Dabei soll der Vertikalisierungsgrad langfristig bei mindestens 80 Prozent liegen. Ziel sei es, in den einzelnen Ländern Europas spätestens im Jahr 2020 jeweils einen Platz unter den Top 3 einzunehmen.

Mittelfristig erhofft man sich so bei jährlich steigenden Umsätzen eine überproportionale Steigerung der EBIT-Marge zu erzielen. Dabei will das Unternehmen einerseits sein durchaus erfolgreiches Kostenmanagement fortführen und andererseits den Anteil des Retail Segmentes am Konzernumsatz auf mindestens 60 Prozent ausbauen. Zudem behalten sich die Firmenchefs vor, weiteres Wachstum durch Übernahmen von Mitbewerbern zu erzielen.

“Dynamisches Wachstum“ erwartet

Für den Wholesale Bereich geht Gerry Weber von einer Normalisierung des Orderverhaltens der Bestandskunden aus. Auch die Auslistung von Kunden mit unzureichender Bonität und der damit verbundene Umsatzverzicht werden im Vergleich zu den Vorjahren wohl eher geringer ausfallen. Zusätzliche Wachstumsimpulse für den Wholesale Bereich sollen mittelfristig die weitere Marktdurchdringung auf bestehenden sowie die Erschließung neuer Märkte geben.

Obwohl das Unternehmen seine hohen selbst gesteckten, kurzfristigen Ziele nicht erreichen wird, geht der Vorstand weiterhin von einem „dynamischen und profitablen Wachstum“ für die Zukunft aus. „Aufgrund der einzigartigen Markenpositionierung, der Zielkundenstruktur und vor allem aufgrund der international gegebenen Wachstumschancen ist das Geschäftsmodell ‚Gerry Weber’ auch weiterhin auf profitables Wachstum ausgerichtet“, heißt es aus dem Firmensitz im westfälischen Halle.

Foto: Gerry Weber

 

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