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GFK erwartet maues Jahr 2009

17. Dez. 2008

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Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) prognostiziert dem deutschen Handel ein schweres Jahr 2009. Kurz vor dem Jahreswechsel veröffentlichte das Nürnberger Forschungsinstitut seine neueste Kaufkraft-Studie, und die fällt erwartungsgemäß 

eher verhalten aus.

Man erwarte in den kommenden zwölf Monaten nur einen marginalen Anstieg des Wohlstandes im Land, er werde gerade mal die Höhe der Inflationsrate erreichen und so zu einer Stagnation der Kaufkraft führen, so die Experten. „Den Deutschen werden für das Jahr 2009 Nettoeinkommen in Höhe von insgesamt rund 1.558 Milliarden Euro zur Verfügung stehen, staatliche Leistungen wie Arbeitslosengeld, Kindergeld oder Renten inbegriffen" stellt die GfK in dem Gutachten fest. Pro Kopf entspreche dies einer Kaufkraft beziehungsweise einem durchschnittlichen verfügbaren Netto-Einkommen von 18.946 Euro im Jahr, was bedeute, dass jeder Bürger damit umgerechnet rund 210 Euro mehr zur Verfügung als 2008. Dies entspricht einer Steigerung von gerade mal 1,1 Prozent, zu wenig um für den privaten Verbrauch in größerem Maße zu investieren.

So werde diese Steigerung des Wohlstandes von der aktuell prognostizierten Inflation wieder aufgebraucht, die Entwicklung der realen Kaufkraft stagnieren. Vieles hänge zudem von der weiteren Entwicklung am Arbeitsmarkt sowie dem Verlauf der Finanzkrise ab, so die Forscher. „Ob der Einzelne unter dem Strich mehr oder weniger im Portemonnaie haben wird, hängt vor allem davon ab, ob er individuell an den wachsenden Nettolöhnen partizipieren kann oder beispielsweise durch Kurzarbeit oder gar Stellenverlust reale Einbußen hinnehmen muss" heißt es in der Studie.

Untersucht hat die GfK zugleich auch die Entwicklung der Kaufkraft in den verschiedenen Regionen der Bundesrepublik. Hier ergibt sich nach wie vor das gewohnte Bild: der Süden verdient und konsumiert viel, Norden und Osten haben das Nachsehen. Vor allem die Landkreise rund um die Südmetropolen München und Stuttgart präsentieren sich dabei am kaufkräftigsten, aus dem Norden ist nur der Landreis Harburg in der Liste der Top 25 vertreten. Der Osten Deutschlands taucht unter den ersten Hundert Einträgen gar nicht auf, die hier existierenden Landkreise bilden sogar die Schlusslichter der 429 Landkreise umfassenden Aufzählung.

Ähnlich sieht das Bild auch bei den Bundesländern aus. Auf Platz eins der Gehalts- und Konsumliste ist und bleibt Bayern, gefolgt von Hessen und Baden-Württemberg. Hamburg liegt als potentester Stadtstaat auf Platz vier der Tabelle, Bremen auf Rang zehn, dicht gefolgt von Berlin auf elf. Die letzten Plätze scheinen auch hier für die ostdeutschen Bundesländer reserviert zu sein, alle fünf belegen hintereinander die Positionen zwölf bis 16.

Ob die Einkommens- und Kaufkraftentwicklung im kommenden Jahr die Inflation überhaupt kompensieren wird, ist trotz der nun aufgestellten GfK-Prognosen weiter fraglich. Niemand scheint derzeit abschätzen zu können, wie sich die wirtschaftliche Großwetterlage 2009 entwickeln wird. Weiter unklar ist auch, ob und in welcher Vehemenz die bereits erwartete Rezession über das Land hereinbrechen wird. Am Ende des nächsten Jahres wird jedoch zumindest auf eines sicherlich wieder Verlass sein: Der Süden brummt, der Norden stottert.

Foto: Citygalerie Wolfsburg/ Deutsche Euroshop
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