Greift Nike nach Umbro?

Übernahmespekulationen um den kriselnden britischen Sportartikelhersteller Umbro plc machten in den vergangenen Tagen die Runde und verhalfen den Aktien des Unternehmens zu einem deutlichen Kurssprung. Am Donnerstag hatte Umbro in einer knappen Mitteilung bestätigt,

dass man Gespräche mit einem nicht genannten Interessenten über eine mögliche Übernahme aufgenommen habe. Schnell machten in der Presse Gerüchte die Runde, dass es sich bei dem unbekannten Bieter um den US-amerikanischen Weltmarktführer Nike handeln würde. Beide Unternehmen bestätigten diese Berichte, die sich auf anonyme Insiderquellen beriefen, bislang nicht. Es hieß jedoch, dass mit einer Einigung möglicherweise bereits in den kommenden Tagen zu rechnen sei. Das britische Traditionsunternehmen hatte zuletzt massive Umsatzeinbrüche hinnehmen müssen. Diese waren insbesondere mit den unerwartet schlechten Verkaufszahlen des wichtigsten Produkts der Firma begründet worden: Umbro ist seit langem Ausstatter der englischen Fußball-Nationalmannschaft und erzielt einen bedeutenden Teil seines Umsatzes mit dem Verkauf von Replika-Trikots an englische Fans. Diese hatten waren in den vergangenen Monaten nicht in gewünschtem Maße über die Ladentische gegangen, wodurch das Unternehmen in Schwierigkeiten geraten war. Und so dürfte auch der Zeitpunkt der Übernahmegespräche zu erklären sein: Wie die britische Tageszeitung The Times berichtete, hatten Analysten weitere Umsatzeinbrüche im Trikot-Geschäft erwartet, nachdem die englische Nationalmannschaft am Mittwoch in Russland verloren hatte. Durch dieses Resultat verspielte das Team Greift Nike nach Umbro?möglicherweise die Teilnahme an der Europameisterschaft im kommenden Sommer – was natürlich massive Auswirkungen auf den Fan-Trikot-Verkauf haben würde. Damit hatten sich auch die wirtschaftlichen Zukunftsaussichten von Umbro entsprechend verschlechtert. Immerhin dürfen sich nun erst einmal die Aktionäre des Unternehmens freuen: Wie bei Übernahmespekulationen üblich, stieg der Börsenkurs nach der gestrigen Mitteilung von Umbro sprunghaft an.

 

Foto: obs/Nike Deutschland GmbH

 

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