Handel: Erfolg durch Segmentierung

Der Modehandel in Deutschland wird künftig mit neuen Konzepten um die Kunden von morgen buhlen müssen. Im Rahmen eines Symposiums der auf vertikale Prozesse spezialisierten Unternehmensberatung Verbicon aus Münster, das

Ende vergangener Woche stattfand, berieten etliche Hochkaräter aus Handel und Industrie die künftigen Erfolgsfaktoren des Retail-Bereiches.

 

Unter den Teilnehmern waren unter anderem auch Vertreter der Einzelhandelsunternehmen Seidensticker, S.Oliver, Karstadt und Windsor. Die Vorträge wurden neben den Verbicon-Aushängeschildern Leo Faltmann und Detlef Oesterreich auch von Albert Hirsch, Vorstand des Online-Shops Buch.de, David Perrez Gonzales von Arvato Bertelsmann und Thomas Hans, Geschäftsführer der Werbeagentur Pro Art gehalten. Darin drehte sich alles um die sich stetig wandelnden Bedürfnisse der Kunden, die dementsprechend erfolgreichsten Strategien und die Möglichkeiten, diese umzusetzen. Als Erfolgsfaktoren der Zukunft haben die Verbicon Leute acht Leitbilder gezeichnet, die den Einzelhandel in den kommenden Jahren bestimmen werden. Dazu zählen Profilschärfung, New Business Networking, mehr Service und bessere Beratung, Multichannel Retail, Investitionsfähigkeit, Schnelligkeit und der richtige Standort. Auch der nicht mehr ganz so neue Leitsatz "think global, act local" wurde einmal mehr bemüht, allerdings ergänzt mit dem Umkehrschluss: "think local, act global". Handel: Erfolg durch Segmentierung

 

Wichtig war den Fachleuten besonders die klare Ausrichtung, das individuelle Profil der Unternehmen. So würden schlüssige Zielgruppenkonzepte schon bald viel an Bedeutung zunehmen, der lokale Platzhirsch werde zum "category manager". Zugleich forderten sie die Stärkung der so genannten Dachmarken, die für das Image eines Unternehmens von besonderer Bedeutung sind, vor allem vor dem Hintergrund, dass Kooperationen zwischen Marken, Kreativen und Handel auf dem Vormarsch sind.

 

Beim Thema Standortwahl sehen die Experten eine zunehmende Fokussierung auf die großen Ballungszentren und beliebte Innenstadtregionen. Der Run auf die Top-Standorte in den großen und mittleren Städten werde weiter anhalten, die lokale Bevölkerungsentwicklung mehr und mehr zum wichtigen Entscheidungskriterium. Standorte bis 20.000 Einwohnern könnten in der Regel nur im Nahversorgungsbereich betrieben werden, so die Fachwelt unisono. Andererseits könnten lokal erfolgreiche Geschäftsmodelle viel schneller auch global umgesetzt werden.

 

Einig sind sich die Experten auch in der Prognose, dass der deutsche Markt auch in Zukunft äußerst umkämpft sein wird. "Ausländische Investoren werden weiter in Deutschland investieren, der Konkurrenzdruck wird nicht nachlassen" so das Verbicon-Papier.

Insgesamt nahmen rund 30 hochkarätige Vertreter aus Wirtschaft und Handel an dem Symposium teil. Ob und wann eine Fortsetzung des von allen Seiten als sehr positiv bewerteten Events geplant ist, wurde bislang nicht bekannt. Das Thema Zukunftsgestaltung dürfte jedoch sicherlich nicht so schnell aus der Mode kommen.

 

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