Kering: wenig dynamisch, aber besser als erwartet

Saint Laurent sei Dank: Das unerwartet deutliche Wachstum der Luxusmodemarke sorgte dafür, dass der Halbjahresumsatz des Mutterkonzerns Kering höher ausfiel, als die meisten Analysten erwartet hatten. Die Labels Gucci und Puma schwächelten hingegen weiter, das Ergebnis aus fortgeführten

Geschäftsbereichen verfehlte das Vorjahresniveau. Die Konzernleitung hofft nun auf einen Aufwärtstrend in der zweiten Jahreshälfte.

Der französische Luxusgüter- und Lifestylekonzern, der bis zum Sommer vergangenen Jahres unter seinem alten Namen PPR firmiertKering: wenig dynamisch, aber besser als erwartet hatte, kam im ersten Halbjahr 2014 auf einen Umsatz aus fortgeführten Geschäftsbereichen in Höhe von 4,75 Milliarden Euro, womit der Vorjahreswert von 4,68 Milliarden Euro um 1,5 Prozent übertroffen wurde. Auch Kering hatte unter der dem Kursverfall der Lokalwährungen in wichtigen Märkten zu leiden: Währungsbereinigt stieg der Umsatz um 4,0 Prozent.

Solide Zuwächse verbuchten die meisten Luxuslabels des Konzerns. Insgesamt verbesserte das Luxussegment seinen Umsatz um 4,9 Prozent (währungsbereinigt +5,7 Prozent) auf 3,23 Milliarden Euro. Mit Gucci schwächelte aber ausgerechnet die wichtigste Marke weiter: Ihre Erlöse gingen um 4,5 Prozent (währungsbereinigt -1,1 Prozent) auf 1,68 Milliarden Euro zurück. Besser sah es bei den übrigen Labels der Sparte aus: Bottega Veneta verbesserte sich um 12,9 Prozent (währungsbereinigt +17,5 Prozent) auf 525,5 Millionen Euro, Saint Laurent meldete sogar ein Wachstum um 25,6 Prozent (währungsbereinigt +28,2 Prozent) auf 320,6 Millionen Euro. Die kleineren Marken kamen nicht zuletzt aufgrund von Zukäufen zusammen auf 708,0 Millionen Euro, was eine Steigerung um 17,5 Prozent (währungs- und strukturbereinigt +6,7 Prozent) bedeutete.

Das zweite Standbein des Konzerns, das Segment Sport & Lifestyle, musste aufgrund negativer Wechselkurseffekte erneut einen Umsatzrückgang hinnehmen. Die Erlöse gingen um 5,6 Prozent auf knapp 1,5 Milliarden Euro zurück. Währungsbereinigt ergab sich allerdings ein kleines Plus von 0,4 Prozent. Entscheidend war, dass der Umsatz von Puma um 6,0 Prozent (währungsbereinigt +0,1 Prozent) auf 1,39 Milliarden Euro sank. Im zweiten Quartal (-4,7 Prozent) schrumpfte die kriselnde Tochter aus Herzogenaurach allerdings weniger stark als in den ersten drei Monaten (-6,3 Prozent) Währungsbereinigt stieg ihr Umsatz im zweiten Quartal sogar um 1,1 Prozent. Die kleineren Marken der Sparte erreichten im ersten Halbjahr zusammen 112,6 Millionen Euro, was ein Minus um 0,4 Prozent bedeutete. Währungsbereinigt verbesserten sie sich 4,0 Prozent.

Konzernchef François-Henri Pinault erwartet einen Aufwärtstrend im zweiten Halbjahr

Auch das Ergebnis litt unter den negativen Wechselkursveränderungen. Der operative Gewinn vor Sondereffekten sank gegenüber dem ersten Halbjahr des vergangenen Jahres um 3,9 Prozent auf 810,2 Millionen Euro, übertraf damit aber die Erwartungen der Analysten. Währungsbereinigt wäre er um 6,2 Prozent gestiegen. Das Nettoergebnis der fortgeführten Geschäftsbereiche belief sich nach Minderheitenanteilen auf 533,0 Millionen Euro und lag damit um 4,6 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahresniveau. Der ausgewiesene Halbjahresüberschuss verbesserte sich um sieben Prozent auf 184,5 Millionen Euro, was an geringeren Fehlbeträgen der bereits verkauften oder zum Verkauf stehenden Handelsgesellschaften lag, die als nicht fortgeführte Geschäftsbereiche ansonsten aus der Bilanz ausgeklammert wurden.

Für die zweite Jahreshälfte rechnet die Konzernchef François-Henri Pinault trotz eines „weiterhin unsicheren wirtschaftlichen Umfelds“ mit einer „Verbesserung der operativen Zahlen“. Der „ambitionierte Relaunch“ von Puma verlaufe „nach Plan“. Erste positive Ergebnisse der eingeleiteten Optimierungsmaßnahmen seien konzernweit bereits im abgelaufenen Halbjahr erkennbar gewesen, erklärte das Unternehmen. Nun sollen sie „die Rückkehr zu einer positiven Umsatzentwicklung“ bewirken.

Foto: Saint Laurent
 

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