Kinderarbeit: Gap reagiert auf Vorwürfe

Einem schwer wiegenden Verdacht sieht sich der US-amerikanische Bekleidungshersteller Gap Inc. ausgesetzt: Werden Produkte des Unternehmens in Indien von Kindern unter unwürdigen Bedingungen hergestellt? Auslöser des Skandals war ein ausführlicher Bericht in der jüngsten Ausgabe

der britischen Sonntagszeitung The Observer. Das Blatt hatte zusammen mit dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) verdeckt in Textilbetrieben in Neu Delhi recherchiert und erschreckende Zustände aufgedeckt. Demnach seien Kinder in der indischen Provinz ihren Eltern regelrecht abgekauft, in die Fabriken gebracht und dort misshandelt worden. In den Sweatshops der indischen Metropole hatten sie unter menschenunwürdigen Bedingungen Kleidung, die für den Export bestimmt war, produzieren müssen. In dem nun vom Observer veröffentlichten Fall stand der Empfänger der Lieferungen fest: Es handelte sich um den Textilkonzern Gap. Für das Unternehmen ist der Skandal besonders brisant: Gerade Gap versucht seit Jahren, sich durch ein umfassendes Sozialprogramm, das gerade solche Zustände in Zulieferbetrieben verhindern soll, das Image eines ethisch korrekten Konzerns zu geben.

Kinderarbeit: Gap reagiert auf VorwürfeWeltweit zählt das Unternehmen damit zu den Vorreitern entsprechender Initiativen. Erst kürzlich hatte Gap seinen aktuellen „Social Responsibility Report“ vorgestellt, in dem Verbesserungen der Arbeitsbedingungen in den weltweiten Produktionsstätten dokumentiert wurden. Daher reagierte der Konzern umgehend auf die Vorwürfe, von denen er im Vorfeld der Veröffentlichung informiert worden war. Am Samstag erklärte das Unternehmen, dass interne Untersuchungen im konkreten Fall durchgeführt worden seien. Diese hätten ergeben, dass ein Zulieferer offenbar einen Auftrag an einen nicht autorisierten Subunternehmer weitergegeben habe. Gap sei darüber nicht informiert gewesen. Der Zulieferer habe mit dieser Maßnahme offen gegen den Verhaltenskodex, den alle Gap-Partner akzeptieren müssen, verstoßen, hieß es in der Mitteilung weiter. „Unmittelbar nachdem wir auf die Situation aufmerksam gemacht worden waren, haben wir den entsprechenden Auftrag storniert und verhindert, dass die Ware in den Handel kommt,“ erklärte das Unternehmen, „Obwohl Verstöße gegen unser striktes Verbot von Kinderarbeit bei Zulieferern äußerst selten sind, haben wir umgehend ein Treffen mit unseren Produzenten anberaumt, um unsere Position noch einmal zu unterstreichen.“

Foto: Gap

 

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