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Luxusbranche: Made in France wieder gefragt

12. Apr. 2011

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Die 2011er-Ausgabe der Pariser Mini-Fachmesse Made in France by Fatex manifestiert eine beachtliche Vitalität der französischen Luxusbranche, jedoch ist ungeachtet des erheblichen Achtungserfolges die Vorsicht der

Façonniers, der französischen Textilestalter im Hinblick auf die Zukunft durchaus angebracht. Mit ihrem Engagement in Sachen Qualität, Kundennähe und Reaktionsfähigkeit gelang es dem französichen Textilgestaltungssektor bei seinem Termin Ende März an der Bourse de Commerce, alle wichtigen Namen Frankreichs in den Bereichen Luxusmode und hochwertige Prêt à Porter-Mode zusammenzubringen. Die großen Modehäuser Dior, Hermès, Courrèges, Chloé, Lanvin, Jean-Paul Gaultier Azzaro, Balmain Louis Vuitton, Sonia Rykiel und Thierry Mugler waren ebenso vertreten wie der junge Modeschöpfer
Maxime Simoën.

Die Fachmesse erfreute sich regen Zulaufs durch ihr Stammpublikum und erreichte ein Auftragsvolumen, das zufriedenstellender schien als das des vergangenen Jahres. Aufgrund des Wahljahres gelang es den Façonniers auch, den Politikern und Medien die Problematik im Hinblick auf die Zukunft eines empfindlichen Sektors zu Ohren zu bringen und was zu unternehmen ist, um diese Nischenbranche mit hohem Mehrwert zusammen mit seinem Kulturgut einzigartiger Fähigkeiten zu bewahren. Innenminister Eric Besson erinnerte im Rahmen seines offiziellen Besuches an die von der Regierung unterstützten und von ihr vollständig in Millionenhöhe finanzierten Projekte die dem Schutz der französischen Façonniers dienen und sie darin unterstützen sollen, ihre Innovationsfähigkeiten zu optimieren.

Eine Fachmesse und Fachtagung, die die Sorgen des Luxussektors trotz seines guten Gesundheitszustands in den Vordergrund stellte. Indem sie sich mit einer Doppelausstellung dem Publikum zuwandte, einer Ausstellung, die sowohl die Studenten des Institut Français de la Mode (IFM) und die Façonniers zusammenbrachte, aber auch die Fach- und gewerbliche Designer der französischen Textilbranche mit dem Technik und Design-Programm des R3iLab, bewies die Made in France das große Interesse, das der französischen Fertigung entgegengebracht wird, wenn sie Kreativität und Technik vereint und damit unzählige Spaziergänger und Touristen herbeilockt, die das Knowhow französischer Art lieben.

Mit 3% mehr Besuchern lockte die Messe Auftraggeber der französischen Luxusbranche an, wobei sie den Schwerpunkt auf die Entdeckung neuer Aussteller legte.

26% der Besucher kamen, um neue Façonniers kennenzulernen
12% wollten sich mit ihren Herstellern treffen.

Die Bereiche Accessoires und Prêt-à-porter stellten die Besucher zufrieden und hinterließen zugleich das Bedauern über die unzureichend vertretene Herrenmode, die leider Hand in Hand mit dem Beinaheverschwinden französischer Hersteller von Anzügen einhergeht.

Die kundennahe Fertigung erlangt also bei den Auftraggebern wieder höheres Ansehen, die nun deutlich die Vorteile und die Flexibilität erkennen, die sie mit dem Made in France ebenso gewinnen wie auch ein Mehr an Image und beruflicher Anerkennung gegenüber ihren französischen Kunden. Made in France steht bei der Öffentlichkeit heute ganz klar für die Rettung der Arbeitsplätze in ihrer Umgebung, insbesondere auch dank der Kommunikationsarbeit der Messe sowie der verschiedenen Unternehmensverbände der Region. Der Besuch Ségolène Royals bei der Messe hat 4 Produktionskooperativen (SCOP) in den Vordergrund gerückt, die von Mitarbeitern ihres früheren, liquidierten Unternehmens geschaffen wurden und die heute qualifizierte Arbeitsplätze bieten.

Auch wenn die Messe vor allen Dingen ein großartiges Forum für Begegnungen, Austausch und Kontaktaufnahme innerhalb der Branche bleibt, scheinen sich auch die Orderbücher in dieser Saison ordentlich zu füllen, und einige sprechen gar von einer Erhöhung ihrer Produktion um 5 bis 10%.

Der gute Gesundheitszustand des Luxussektors erlaubt den Gedanken an einen Ausstieg aus der Krise. Vorsicht ist allerdings nach wie vor angebracht und man ist weit von jeglicher Euphorie entfernt, da die Aussteller mit den Auswirkungen des Erdbebens in Japan auf den französischen Export rechnen. In der Tat ist Japan ein wichtiger Importeur von original französischen Luxusartikeln und Modeschöpfungen. Eine Verringerung der Exporte der großen Luxusmodehäuser nach Japan hätte mit Sicherheit Auswirkungen auf die Produktion der Façonniers. Die Aussteller scheinen sich inzwischen darüber im Klaren zu sein, dass sich das Made in France mehr denn je in Richtung Export, und zwar in alle Himmelsrichtungen, bewegen muss, selbst wenn mit Hilfe dieser Fachmesse das Bewusstsein in Frankreich dafür vermehrt wird, wie wichtig es ist, die französische Textilgestaltung zu bewahren.

Die neuen Aussteller von Konfektionsware, Accessoires und Stickerei, jeweils bester Qualität, schienen allesamt sehr zufrieden mit ihren neuen, über die Messe gewonnenen Pariser Kontakten. Neue Namen werden also ihre bereits angelegten Auftraggeberlisten ergänzen. Anzumerken ist, dass die Anzahl an Modeschöpfern,, Luxusmarken und angesehenen Modedesignern sich mit einem Plus von 12% im Aufwärtstrend befindet und damit die ultra-professionellen Attraktivität dieses Termins an der Pariser Bourse de Commerce bestätigt.

Von unserem Korrespondenten in Paris