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Meissen bald Markenzeichen für Mode

9. Apr. 2013

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Die sächsische Porzellanmanufaktur Meissen steht vor der wahrscheinlich größten Veränderung ihrer über 300jährigen Geschichte: Das für edles Porzellan bekannte Traditionsunternehmen blickt über den sprichwörtlichen Tellerrand

hinaus und will jetzt auch Luxusmode kreieren. Bereits vor einem Monat hat das Unternehmen das Label “Meissen Couture” eintragen lassen.

Geplant
ist zunächst eine Kollektion von Abend-, Cocktail- und Brautkleidern, die zweimal jährlich präsentiert werden soll; die erste bereits in diesem Herbst. Sportbekleidung und Herrenhemden könnten folgen, ebenso Accessoires wie Sonnenbrillen, Schuhe, Hutschachteln und Brieftaschen. Die Berliner Designerin Frida Weyer soll für die neue Modekollektion zuständig sein. Sie hatte bereits auf der diesjährigen Berlin Fashion Week zusammen mit der Manufaktur ihre neue Kollektion inszeniert.

"Das ist für uns ein weiterer Schritt, die Marke und auch das Porzellan einer deutlich jüngeren Zielgruppe zuzuführen, ohne dabei die Wertigkeit zu verlieren. Der Anspruch Frida Weyers an die Kreativität, Qualität der Materialien und der Handwerkskunst und nicht zuletzt auch an die Kommunikation passt sehr gut zu unserer Markenauffassung ", hatte sich Christian Kurtzke, Vorsitzender der Geschäftsführung der Manufaktur Meissen, im Januar zu der Zusammenarbeit geäußert.

Der Trend ist nicht neu – Hersteller von Luxusautos wie Ferrari und Porsche haben bereits ihre eigenen Kleider- und Accessoirekollektionen und die französische Luxusmarke Hermès fing gar als Hersteller von hochwertigem Pferdegeschirr an.

Auch die Manufaktur Meissen richtet sich seit Jahren neu aus, nachdem der Umsatz im Kerngeschäft Porzellan seit 2001 fiel. Sie bietet inzwischen Uhren und Schmuck an, aber auch Inneneinrichtung wie Teppiche, Tapeten, Tische und Porzellanwandverkleidungen. Seidenschals, Krawatten und Kissen sind ebenfalls im Angebot. Die Entwicklung zur Mode schien demnach nur der nächste logische Schritt und hat sogar historische Ursprünge.

“Man tränkte damals echte Stoffe mit Porzellanmasse, brannte sie und zog damit die Meissen-Figuren an,” erklärte Kurtzke den Anstoss für die Modekollektion. Für die Marke “Meissen Couture” sollen die Patentanwälte der Firma Hunderte von Dingen haben schützen lassen. Man darf also auf zukünftige Kollektionen gespannt sein.

Foto: Porzellanmanufaktur Meissen