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MFW: Cocktail aus Finanzen, Handwerkskunst und Internet

21. Juni 2011

Leads

Die beliebtesten Themen während des Cocktails und die Ereignisse der Männermode waren der von Prada für den 24. Juni in Hongkong vorgesehene Börsengang sowie der für den 29. Juni terminierte von Ferragamo an der Mailänder Börse. Wie

Ferruccio Ferragamo letzte Woche bei der Präsentation im mailändischen Finanztempel Mediobanca scherzte, „ Aktienzertifikate in Chinesisch zu drucken gehört normalerweise nicht zu unserem Repertoire, da haben wir dann beschlossen, das Made in Italy zu unterstützen“. Und tatsächlich, in den vergangenen zwei, der Frühjahr-Sommermode 2010 für Herren gewidmeten, Wochen scheinen die Käufer etwas mehr Affinität zu den italienischen Kollektionen entwickelt zu haben und viele Hersteller sehen allmählich wieder das Licht am Ende des Tunnels.

Die Daten
Aus

dem ersten Trimester 2011 ist die Textil- und Modeindustrie im Vergleich zum ersten Trimester 2010 mit einer Umsatzsteigerung von 5,6 % hervorgegangen. Dessen ungeachtet hat sich der Konsum der italienischen Familien als „Stachel im Fleisch“ der Männermode erwiesen: Im Kalenderjahr 2010 wurde ein erneuter Rückgang des Sell-out um 2 % registriert. Besser war es beim Export: Japan ließ eine Erholung von 13,7 % und die Vereinigten Staaten sogar um 18,5 % erkennen.

Pitti
Es war also kein Zufall, dass Amerika bzw. Kalifornien die Protagonisten der 80. Ausgabe der Pitti Uomo lieferten: Kalifornierinnen die Ehrengäste der Pitti W, die Schwestern Rodarte, Laura und Kate Mulleavy, und Kalifornier auch der 36-jährige Scott Sternberg , Ausnahme-Designer der Herrenmode, mit dem Label Band of Outsiders. Die Modenschau gestaltete sich als Hommage an das amerikanische Musical. Ein Augenzwinkern war an den britischen Stil gerichtet: Alberto Guardianis Schuhkollektion entstand in Zusammenarbeit mit Sebastien Clivaz, dem Fashion Director des englischen Modemagazins Wallpaper.

„Eine ausgesprochen energiegeladene Pitti Uomo“, findet Raffaello Napoleone, Geschäftsführer der Modemesse, die mit einem Plus von 7.6 % bei den internationalen Käufern ihre Tore schloss. Energiegeladen, aber auch technologiegeprägt: Am 27. Juni nimmt die E-Pitti ihren Betrieb auf, eine digitale Plattform für Online-Messen. Einige Monate später folgt dann der virtuelle Marktplatz mit den aktuellen Kollektionen der Marken im Showroom des B2B-Service. „Was uns interessiert, ist die Leistungsfähigkeit der Marke. Wir haben uns mit den Gebühren zurückgehalten (viertausend Euro jährlich), weil wir auf jede Transaktion eine Provision von 5 % erhalten“, erklärte der Chief Executive Officer der Fiera Digitale (Digitalmesse), Francesco Bottigliero, gegenüber der Modeplattform FashionUnited.

Modewoche Mailand
Nachdem die florentinische Messe ihre Tore geschlossen hatte, begab sich das Modevolk nach Mailand zur Frühjahrs-Sommermode 2012 der Herren (84 Kollektionen und 39 Modeschauen) und zur White. Die Modeausstellung öffnete ihre Pforten auch den Damenkollektionen und änderte folgerichtig den Namen von White Homme in White Giugno (Juni). Ziemlicher Andrang am Sonntag, den 19., dem Eröffnungstag. Unzählige Besucher ließen sich von Antonio Marras Duftgarten-Installation anziehen, mit Modellen aus der Frauenlinie, die, weiß und in superkühler Baumwolle und umgeben von Bäumen und Margariten von der Decke hingen. Im Untergeschoss der Ausstellung auch ein florentinischer Kunsthandwerker der Marke Monaco Metropolitano, der gerade eine Ledertasche anfertigte.

Nadel und Faden in der Hand, ein neuartiges Bild auch für Carlo Pignatelli, nach all den für die Fashion Week-typischen Parties und dem in Pailletten und Flitter getauchten Marketing. Der Modeschöpfer aus Turin zeigte seine Modeschau als Ehrengast der Sì Sposa Italia, die bis zum 20. Juni ihren Messeauftritt in Mailand hatte. Nach seinem Verlust von 15,8 % im Jahr 2009 konnte der Sektor „Bridal“ im Jahr 2010 mit einem Wachstum von 2 % abschließen.

Um auf den Mann zurückzukommen: Sachlich und elegant, mit Anzügen aus „Techno- Seide“ zeigte sich die Kollektion von Ermenegildo Zegna. Bei Dolce & Gabbana hingegen kleidet sich der Mann, der zu den Noten von „Goodnight Moon“ von Shivaree über den Laufsteg schritt, in schwarz, grau und dunkelbraun.

Vom Collegestil bis hin zu förmlichen, mit einem Hauch Street-Style aufgelockerten Anzügen reichte die von Umit Benan entworfene Kollektion Trussardi. Sympathisch war die Idee, die herausgeputzten Models in Privatautos und Taxis zum Geschäftssitz des Modehauses an der Piazza Scala vorfahren zu lassen.

Von unserem Korrespondenten in Mailand

Foto: Band of Outsiders
Foto: Trussardi

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Pitti Uomo
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