MTV zeigt sich bunt und sexy

Die diesjährige Modenschau des Musiksenders MTV, die am vergangenen Mittwoch in Berlin stattfand, verzichtete ganz auf lähmende Gesprächsrunden und ausufernde Experten-Fachsimpelei und legte dafür mehr Wert auf eine gut durchstrukturierte,

abwechslungsreiche Show. MTV Designerama - so der Titel der Veranstaltung - war sichtlich bemüht, keine Längen und keine Langeweile beim verwöhnten Publikum aufkommen zu lassen. Das Bühnenbild aus grellbunten Neonröhren warnte die Besucher bereits vor Beginn der Show: Hier wird's heute etwas bunter. Ein Grundsatz, der sich auch auf dem Laufsteg manifestieren sollte. Pünktlich um 22.00 Uhr betraten die beiden hauseigenen Moderatorinnen Mirjam Weichselbraun und Karolin Peiter die Bühne, um die live übertragene Catwalk-Show des Senders anzukündigen. Kleider bunt, Stimmen schrill, die Texte dafür etwas altbacken. Und bunt ging es auch weiter.

MTV zeigt sich bunt und sexyLaufstegschönheiten im Neo-Rave-Look und grellen Kunsthaar-Applikationen führten die neuen Kollektionen von insgesamt sechs Modelabels vor, immer bemüht, die vorab von Chef-Choreograph Bruce Darnell einstudierte, professionelle Show zu bieten. Zuerst auf dem Laufsteg: Kleider des dänischen Labels Gestuz. Oversized Shirts, Lack-Stilettos und knallige Leggins sollten so etwas wie lässige Sexyness transportieren und gleichzeitig auf die darauf folgenden Dessous von Blush verweisen. Diese - vor allem vom männlichen Teil des Publikums sehr honorierte Wäsche-Schau war eine Premiere in der bisherigen Designerama-Geschichte und hatte in ihrer Wirkung etwas von einer sexuellen Revolution in einem Jugendzimmer. Danach ging's wieder ausgesprochen bunt weiter.

Die Präsentation des schweizerischen Designerdous Nina & Simon erinnerte an Acid House, an 1989, an Smileys und Synthie-Beats. Weite Hosen, enge Shirts oder enge Hosen und weite Shirts, kombiniert wurde immer konträr und mit einem besonderen Hang zur komplementären Farbgebung. Die weiteren Shows des Abends waren dagegen angenehm zurückhaltend, die Mode dafür etwas tragbarer. Andre Tan, Mongrels in Common und Hausach Couture zeigten Mode, die dem besagten Jugendzimmer bereits entkommen zu sein schienen. Farblich nicht zu sehr verspielt, dafür mit bequemen Schnitten und recht alltagstauglich, wurde hier bewiesen, dass es bei der morgendlichen Stilentscheidung selten um den Big Bang geht. Insgesamt ging es bei Designerama eh nicht unbedingt vornehmlich um Mode. Es ging um eine gute Show, um das Feiern an sich und um moderne Imagebildung. Insofern war das Event ein Erfolg auf ganzer Linie. Foto: M. Hoffstädt www.mtv.de 24.09.2007

 

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