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Tote Hose: Schiesser ist insolvent

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Von FashionUnited

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Die Nachrichten über Firmenpleiten in der Modebranche reißen seit einigen Wochen nicht mehr ab, und nun hat es ein weiteres Traditionsunternehmen erwischt: der Unterwäschefabrikant Schiesser ist pleite. Wie das Management des Radolfzeller Unternehmens

am Montag mitteilte, ist bereits ein Antrag auf Insolvent beim zuständigen Amtsgericht beantragt worden. Der Stuttgarter Jurist Volker Grub sei bereits zum vorläufigen Insolvenzverwalter berufen worden, ließ Schiesser weiter wissen.

Dabei hatte es noch im vergangenen Jahr gar nicht so schlecht für die traditionsreiche Marke ausgesehen. Ja, die wirtschaftliche Situation gestaltete sich schwierig und Billigprodukte aus fernost überschwemmten bereits seit Langem den Markt, aber Schiesser hatte sich eine harte Schrumpfkur auferlegt, die zuletzt erste Erfolge zeigte. Was dem Unternehmen eigenen Angaben zufolge zum Verhängnis wurde, war frisches Geld, um den Betrieb am Laufen zu halten. Man habe den Schritt in die Insolvent gehen müssen, „nachdem trotz im letzten Jahr erfolgreich verlaufener Restrukturierungsmaßnahmen insbesondere in den Bereichen Lieferfähigkeit, Produktivität und Kollektionen sowie einer positiven Geschäftsentwicklung 2009 die notwendige Anschlussfinanzierung in diesem Jahr nicht sichergestellt werden konnte," heißt es in einer am Montag veröffentlichten Pressemitteilung.

Trotz Sparmaßnahmen und struktureller Veränderungen konnte Schiesser die finanziellen Verluste, die in den vergangenen Jahren mit branchenfremden Geschäften eingefahren wurden, nicht mehr aus den Einnahmen des Tagesgeschäfts decken. Die Folge: Trotz positiver Umsatzentwicklung versank das Unternehmen immer tiefer in den Schulden. Die Geschäftsfelder, auf denen die enormen Verluste eingefahren wurden, habe man mittlerweile zwar längst aufgegeben, so die Firmenleitung, die Folgen bleiben jedoch.

Aufgeben will die bereits seit 1875 bestehende Firma jedoch noch lange nicht. Vielmehr erwarten sich Management und Belegschaft von dem nun laufenden Insolvenzverfahren eine grundlegende Gesundung des Unternehmens, das immerhin weltweit rund 2.300 Mitarbeiter beschäftigt. Die aktuelle Geschäftsentwicklung mit einem Umsatzplus von 20 Prozent im Januar gibt jedenfalls Anlass zum Optimismus, dass Schiesser doch noch gerettet werden kann.

Der Insolvenzverwalter ist nun angehalten, einen potenten Investor für die Wäschemarke zu finden und das Unternehmen so von seinen Altlasten zu befreien. So oder so: von den rund 600 am Heimatstandort beschäftigten Mitarbeiter werden sicherlich einige ihren Job verlieren. Ein tragfähiges Sanierungskonzept kann der Firma zwar das Überleben sichern, mehr Arbeitsplätze in der Region werden dadurch jedoch nicht entstehen. Bleibt zu hoffen, dass wenigstens der Kern des Unternehmens und damit die Marke bestehen bleibt.

Foto: Schiesser

Schiesser