Valentino tritt ab

Der italienische Stardesigner Valentino Garavani, seit 45 Jahren kreativer Kopf des gleichnamigen Unternehmens, will seine berufliche Karriere beenden. In einem Brief an die Modewelt kündigte der 75-Jährige an, im Januar kommenden Jahres in den Ruhestand gehen zu wollen.

Dies sei "der perfekte Zeitpunkt, um der Modewelt Adieu zu sagen" wird Valentino von der Nachrichtenagentur AFP zitiert. Der Rückzug eines der letzten klassischen Modeschöpfer von Weltformat kommt für viele überraschend. Schließlich hatte er auf einer Pressekonferenz Anfang Juli diesen Jahres noch jegliche Gerüchte über seinen baldigen Rückzug aus dem Modegeschäft zu zerstreuen versucht und auf Nachfrage eines Journalisten behauptet, er könne nichts anderes, als Kleidung zu entwerfen. Insidern und Kennern der Szene dürfte der Abschied Valentinos jedoch nicht allzu unerwartet erscheinen.

Valentino tritt abDie sehr opulente Inszenierung des 45-jährigen Firmenjubiläums, die nach Ansicht vieler alles bisherige in den Schatten stellte, was die Welt der Eitelkeiten bis dato erlebt hatte, zeugte bereits von einer Abschiedsfeier. Allein die Ausmaße des Laufsteges, der 150 Meter Länge maß, sowie das illustre Portfolio der 1.200 geladenen Gäste versprachen Großes. Es war eine Verneigung vor dem Genius, der das Schicksal des Hauses Valentino so lange bestimmte hat. Sämtliche, namhaften Kollegen des Mode-Seniors kamen nach Rom, wo Valentino erstmals in der imposanten Firmengeschichte eine Show abhielt. Darunter Karl Lagerfeld, Giorgio Armani, Donatella Versace, Laura Biagiotti, Tom Ford und Manolo Blahnik. Mick Jagger, Gina Lollobrigida, Joan Col lins, Uma Thurman, Sarah Jessica Parker, Matthew Broderick und Prinzessin Caroline von Monaco - sie alle ließen es sich nicht nehmen, der finalen Rückkehr des Atlmeisters beizuwohnen.

Im Zuge diese Jubiläumsfeier habe er einen magischen Moment erlebt, der ihn dazu bewegt habe, aus dem Berufsleben auszusteigen, so Valentino in seiner gestrigen Rücktrittserklärung. Bevor er dann zu Beginn des nächsten Jahres in Rente gehe, werde er jedoch noch zwei Kollektionen entwerfen. Eine davon soll im Oktober 2007, die andere im Januar 2008 auf den Laufstegen gezeigt werden. Wie und von wem das Modehaus künftig nach dem Rückzug des Firmenpatriarchen geleitet werden soll, wurde bisher nicht bekannt. Seit Mai diesen Jahres gehört die Valentino Fashion Group dem britischen Investmentsfonds Permira.

Eine Reaktion der Briten zum Abgang Valentinos steht noch aus. Um künftig im hart umkämpften und stark ikonisierten Luxusmodemarkt bestehen zu können, liebäugelt Permira jedoch Gerüchten zufolge bereits mit der Verpflichtung eines anderen, großen Namens. Wer die Nachfolge Valentinos auch antreten wird, er wird es schwer haben, die Lücke des Signore Garavani zu schließen.

 

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