Abercrombie & Fitch: Gute Quartalszahlen sorgen für Hoffnung

Der US-amerikanische Jugendmodeanbieter Abercrombie & Fitch hat im dritten Quartal 2015/16 für eine positive Überraschung gesorgt: Die Zahlen, die das Unternehmen präsentierte, übertrafen die Erwartungen. Das Management wertete die vergleichsweise guten Resultate als Beleg dafür, dass die eingeleiteten Reformmaßnahmen wirkten. Die waren beschlossen wurden, nachdem Abercrombie & Fitch bei den Kunden viel von seiner früheren Anziehungskraft verloren hatte.

Der Umsatz ging im dritten Quartal, das am 31. Oktober endete, erneut zurück. Er sank verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 3,6 Prozent auf 878,6 Millionen US-Dollar (826,9 Millionen Euro). Verantwortlich für das Minus war vor allem der starke US-Dollar: Währungsbereinigt sei nach Angaben des Unternehmens in etwa das Vorjahresniveau erreicht worden.

Der Umsatzschwund konnte erneut gebremst werden

Auf vergleichbarer Fläche sanken die Einzelhandelserlöse währungsbereinigt um ein Prozent. Damit wurde der Abwärtstrend erneut merklich gebremst: Im ersten Quartal waren sie noch um acht Prozent geschrumpft, im zweiten um vier Prozent. Beide Hauptmarken konnten den Umsatzschwund im Laufe des Jahres eindämmen: Im Segment Abercrombie, das die Konzepte Abercrombie & Fitch und Abercrombie Kids umfasst, gingen die Erlöse zuletzt flächen- und währungsbereinigt um fünf Prozent zurück, in den ersten beiden Quartalen waren sie um neun beziehungsweise sieben Prozent gesunken. Die Marke Hollister schaffte im abgelaufenen Quartal sogar einen Zuwachs (+3 Prozent), nachdem bereits in den Vorquartalen (-6 Prozent und -1 Prozent) der Abschwung gebremst worden war.

Sowohl in den USA als auch im Auslandsgeschäft stellte sich die Entwicklung ähnlich dar. Auf dem Heimatmarkt sanken die Erlöse auf vergleichbarer Fläche im jüngsten Quartal nur noch um drei Prozent, nachdem sie im ersten Halbjahr um fünf Prozent gefallen waren, im internationalen Geschäft stiegen sie währungsbereinigt um ein Prozent, in den sechs Monaten zuvor waren sie um vier Prozent zurückgegangen.

Durch Einsparungen bei den Vertriebskosten konnte das Unternehmen höhere Ausgaben an anderer Stelle mehr als ausgleichen. Der operative Gewinn stieg unter anderem deswegen, aber auch aufgrund geringerer Einmalbelastungen als im Vorjahr um 22,8 Prozent auf 41,0 Millionen US-Dollar. Der Nettogewinn nach Minderheitenanteilen wurde aufgrund steuerlicher Sondereffekte sogar mehr als verdoppelt. Er sprang von 18,2 auf 41,9 Millionen US-Dollar (39,4 Millionen Euro).

Konzernchef Martinez: Die überraschend guten Zahlen zeigen, dass die Reformmaßnahmen wirken

„Die Resultate im dritten Quartal haben unsere Erwartungen übertroffen. Sie sind der bislang stärkste Beweis dafür, dass unsere Maßnahmen funktionieren“, sagte Executive Chairman Arthur Martinez. Er verwies auf den Aufwärtstrend bei der Umsatzentwicklung auf vergleichbarer Fläche und erklärte, das Unternehmen habe eine positive Kundenresonanz auf die vorgenommenen Veränderungen beobachtet. Abercrombie & Fitch hatte in den vergangenen neben verschiedenen Sparmaßnahmen auch den Verzicht auf plakative Logos und allzu freizügige Werbekampagnen beschlossen, um das Image der Marke grundlegend zu verändern. Das alte Erscheinungsbild hatte bei den Kunden zunehmend an Attraktivität verloren.

Was die nähere Zukunft angeht, gab sich der Konzernchef zurückhaltend. „Wir sind uns darüber im Klaren, dass wir noch viel zu erledigen haben“, sagte Martinez. Denn ungeachtet des guten dritten Quartals steckt das Unternehmen im laufenden Geschäftsjahr noch tief in den roten Zahlen: In den ersten neun Monaten belief sich der Nettoverlust auf rund 22 Millionen US-Dollar. Zudem seien die Aussichten für die Branche „uneinheitlich“. Martinez kündigte an, die Bemühungen um eine Neupositionierung der Marken und die Verbesserung der Sortimente fortzusetzen. „Wir bleiben vorsichtig, sind aber zuversichtlich, dass wir dabei sind, die Fundamente für langfristiges Wachstums und Profitabiliät legen“, sagte er.

Foto: Abercrombie & Fitch
 

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