Adidas erhöht nach starken Jahresergebnissen seine langfristige Gewinnprognose

Nach deutlichen Zuwächsen im Geschäftsjahr 2017 hat der Sportartikelkonzern Adidas AG seine langfristige Ergebnisprognose angehoben. Zu den guten Zahlen, die das Unternehmen am Mittwoch vorlegte, trugen unter anderem kräftige Umsatzsteigerungen in den Bereichen bei, die besonders im Fokus des Managements stehen. „2017 war ein starkes Jahr – sowohl aus finanzieller als auch aus operativer Sicht“, resümierte CEO Kasper Rorstedt. „Unsere strategischen Wachstumsbereiche – Nordamerika, China und Digital Commerce – waren die Haupttreiber unseres Erfolgs.“

Insgesamt erwirtschaftete der Konzern im vergangenen Jahr einen Umsatz in Höhe von 21,2 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahr verbesserte er sich damit um 14,8 Prozent. Bereinigt um Wechselkursveränderungen lag die Wachstumsrate bei 16 Prozent.

Vor allem die Kernmarke Adidas war für die deutliche Steigerung verantwortlich: Ihre Erlöse wuchsen um 16,3 Prozent (währungsbereinigt +18,1 Prozent) auf 19,0 Milliarden Euro. Die Segmente Running, Adidas Originals und Adidas Neo verbuchten jeweils zweistellige Zuwächse. Weniger dynamisch entwickelte sich das Label Reebok, weil es unter den schwierigen Bedingungen auf dem US-amerikanischen Sportartikelmarkt zu leiden hatte. Sein Umsatz stieg deshalb lediglich um 4,1 Prozent (währungsbereinigt +4,4 Prozent) auf 1,8 Milliarden Euro. Außerhalb Nordamerikas war Reebok deutlich erfolgreicher: Dort erzielte die Marke ein zweistelliges Plus.

In China und Nordamerika stiegen die Umsätze im Jahr 2017 um mehr als ein Viertel

Außerordentlich erfolgreich war der Konzern im vergangenen Jahr in zwei Marktregionen: In China wuchsen die kombinierten Umsätze von Adidas und Reebok um 25,9 Prozent (währungsbereinigt +29,5 Prozent) auf 3,8 Milliarden Euro, in Nordamerika legten sie um 25,3 Prozent (währungsbereinigt +27,4 Prozent) auf 4,3 Milliarden Euro zu. Auch in Westeuropa, der nach wie vor umsatzstärksten Region, ergab sich ein zweistelliges Plus: Dort stieg der Umsatz um 11,2 Prozent (währungsbereinigt +12,6 Prozent) auf 5,9 Milliarden Euro. In Lateinamerika wuchs er um 10,2 Prozent (währungsbereinigt +12,3 Prozent) auf 1,9 Milliarden Euro.

Etwas geringer waren die Steigerungsraten in Japan (+4,8 Prozent, währungsbereinigt +9,9 Prozent; 1,1 Milliarden Euro) und der Region MEAA, die den Nahen Osten, Afrika und die übrigen asiatischen Märkte umfasst (+8,3 Prozent, währungsbereinigt +10,1 Prozent; 2,9 Milliarden Euro). Im Bereich Russland/GUS verfehlten die Erlöse mit 660 Millionen Euro das Vorjahresniveau um 2,8 Prozent (währungsbereinigt -12,8 Prozent).

Weil die Umsätze schneller wuchsen als die Kosten, konnte der Konzern seine operative Marge von 8,6 auf 9,8 Prozent steigern. So wuchs das Betriebsergebnis um 30,8 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Der Nettogewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen stieg lediglich um 25,2 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro, weil eine einmalige Belastung aufgrund der Steuerreform in den USA mit 76 Millionen Euro negativ zu Buche schlug. Bereinigt um diesen Faktor ergab sich eine Steigerung um 32,2 Prozent. Der ausgewiesene Jahresüberschuss nach Minderheitenanteilen, in dem auch noch die Verluste inzwischen aufgegebener Geschäftsbereiche berücksichtigt sind, wuchs um 7,8 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro.

Die operativen Marge soll 2018 weiter verbessert werden

Angesichts der erfreulichen Entwicklung im abgelaufenen Jahr blickt Konzernchef Rorstedt optimistisch in die Zukunft. „2018 ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Erfüllung unserer Langfristziele bis 2020. Wir erwarten qualitativ hochwertiges Wachstum mit überproportionalen Gewinnsteigerungen“, erklärte er. „Das ermöglicht uns, unsere Profitabilität bis 2020 noch deutlicher zu verbessern und unsere langfristige Prognose erneut anzuheben.“ Konkret erwartet der Konzern nun für die Jahre 2015 bis 2020 ein durchschnittliches Wachstum beim Gewinn aus fortgeführten Geschäften im Bereich von 22 bis 24 Prozent. Bislang hatte er zwanzig bis 22 Prozent erwartet.

Für 2018 prognostizierte das Unternehmen eine weitere Steigerung der operativen Marge. Sie soll 10,3 bis 10,5 Prozent erreichen. Der Gewinn aus fortgeführten Geschäften soll bereinigt um die steuerliche Einmalbelastung im vergangenen Jahr um 13 bis 17 Prozent gesteigert werden und 1,615 bis 1,675 Milliarden Euro erreichen. Beim Umsatz rechnet das Management mit einem etwas geringeren Wachstumstempo als zuletzt. Er soll im laufenden Jahr währungsbereinigt „um etwa zehn Prozent“ gesteigert werden.

Adidas AG, Geschäftsjahr 2017
Umsatz 21,2 Milliarden €
Nettogewinn 1,1 Milliarden €
 

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