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Adidas kann auf Trendwende hoffen - 'Yeezy'-Frage noch ungelöst

Von DPA

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Adidas Flagship in Amsterdam. Foto: Adidas

Die vollen Lager und die Aufkündigung der Yeezy-Partnerschaft haben den Sportartikelhersteller Adidas auch zum Jahresauftakt belastet.

Im fortgeführten Geschäft stand im ersten Quartal ein Verlust von 24 Millionen Euro, wie Adidas am Freitag in Herzogenaurach mitteilte. Vor einem Jahr hatte der Konzern hier noch einen Gewinn von 310 Millionen Euro erzielt. Der Vorstand bestätigte seine Jahresprognose. Wie Adidas mit den auf Halde liegenden "Yeezy"-Produkten aus der gekündigten Kooperation mit dem umstrittenen US-Rapper Kanye West umgeht, bleibt derweil weiter offen. Die Adidas-Aktie legte kurz nach Handelsbeginn um rund sechs Prozent zu. Analysten hatten mit noch schlechteren Ergebnissen gerechnet.

Gulden: Erste Quartal knapp über Erwartungen

Laut Konzernchef Björn Gulden endete das erste Quartal etwas besser als erwartet. Die Lagerbestände seien immer noch zu hoch, aber schon 300 Millionen Euro niedriger als zu Beginn des Jahres. Zum Stichtag Ende März beliefen sich Adidas Vorräte damit aber immer noch auf fast 5,7 Milliarden Euro.

In Europa und speziell den USA sitzen Händler:innen auf hohen Lagerbeständen. Im vergangenen Jahr hatten sie als Folge der Lieferkettenprobleme in erheblichem Umfang zusätzlich Produkte geordert, um die damals noch hohe Nachfrage bedienen zu können. Die Artikel liegen nun in den Lagern, während sich die Verbraucher mit Käufen zurückhalten.

Der seit Jahresanfang amtierende Adidas-Chef Gulden betrachtet 2023 für den Konzern als Übergangsjahr. Er will Adidas dieses Jahr neu aufstellen, um 2024 mit dem Aufbau eines profitablen Geschäfts beginnen zu können.

Im ersten Quartal übertraf Adidas trotz des Verlusts die Erwartungen von Analyst:innen. Der Umsatz bewegte sich währungsbereinigt mit knapp 5,3 Milliarden Euro auf dem Vorjahresniveau. Das Betriebsergebnis brach um über 86 Prozent auf 60 Millionen Euro ein. Die entsprechende operative Marge lag nur bei 1,1 Prozent, nachdem sie ein Jahr zuvor 8,2 Prozent erreicht hatte. Analysten waren allerdings von einem Umsatzrückgang und einem noch kleineren Betriebsgewinn ausgegangen.

Branchenexperte James Grzinic vom Investmenthaus Jefferies lobte vor allem das die Umsatzentwicklung. Diese könne dazu führen, dass Adidas im Gesamtjahr die vom Management ausgegebene Prognose übertreffen werde. Der Vorstand erwartet für 2023 bisher einen ein währungsbereinigten Umsatzrückgang im hohen einstelligen Prozentbereich. Dabei sieht Adidas weiterhin ein erhöhtes Risiko einer Rezession in Nordamerika und Europa sowie Unsicherheiten mit Blick auf die Erholung in China.

Weiterhin unklar, was mit 'Yeezy'-Produkten passiert

In der Prognose ist ein Umsatzverlust von 1,2 Milliarden Euro enthalten für den Fall, dass Adidas seine restlichen Yeezy-Produkte nicht mehr verkaufen kann. Die Artikel waren in einer Partnerschaft mit dem Rapper West entstanden. Adidas hatte daran in der Vergangenheit prächtig verdient. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern die Kooperation aber unter anderem wegen Antisemitismus-Vorwürfen gegen den Rapper beendet.

Im ersten Quartal büßte Adidas deshalb 400 Millionen Euro Umsatz ein. Weiterhin ist unklar, was mit den Produkten passiert. Die Optionen reichen von verschiedenen Verkaufsmöglichkeiten, die auch das Spenden der Erlöse an Organisationen beinhalten könnte, bis zur Vernichtung der Ware.(dpa)

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Adidas AG