Der Sportartikelhersteller Adidas hat im zweiten Quartal weiter aufgetrumpft. Trotz höherer Werbeausgaben für die Fußballweltmeisterschaft machte der Nike-Konkurrent beim Gewinn einen großen Satz nach vorn. Die WM im Sommer kurbelte auch die Umsätze an, zudem lief es in China und in Nordamerika ausgesprochen gut. Gebremst wurde der Lauf von der Tochter Reebok, die weiterhin Umsatzeinbußen verzeichnete. Auch in der Heimatregion Westeuropa stagnierte das Geschäft.

Am Ende stieg der Konzernumsatz zwischen April und Ende Juni um 4,4 Prozent auf 5,26 Milliarden Euro, wie Adidas am Donnerstag mitteilte. Währungsbereinigt lag das Plus bei 10 Prozent. Kräftig zulegen konnte der Konzern beim Gewinn. Zwar hatte Adidas wegen der WM das Marketingbudget hochgefahren. Der Mix aus weniger Rabatten, neuen Produkten zu höheren Preisen sowie eine gute Kostenkontrolle konnte dies aber mehr als ausgleichen.

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Der operative Gewinn verbesserte sich um 17 Prozent auf 592 Millionen Euro. Der Gewinn aus fortgeführtem Geschäft zog sogar um ein gutes Fünftel auf 418 Millionen Euro an. Die Erwartungen der Analysten konnte Adidas damit schlagen und die Aktie zog im frühen Handel zehn Prozent an.

Händlern zufolge erscheinen die Gewinnziele des Konzerns nun konservativ. Auch sei die Adidas-Aktie derzeit günstiger bewertet als die von Nike. Im Dax gehören Adidas-Papiere in diesem Jahr ohnehin zu den am stärksten laufenden Aktien.

Etliche Experten hatten sich darauf eingestellt, dass das Wachstumstempo der Franken nachlässt, vor allem weil auch das Vorjahr bereits sehr stark war. Ohnehin konzentriert sich die Mannschaft um Vorstandchef Kasper Rorsted derzeit darauf, die Profitabilität anzukurbeln und nicht den Umsatz um jeden Preis zu steigern.

Die WM verlief laut Rorsted für den Konzern erfolgreich und führte zu zweistelligen Zuwächsen beim Fußball-Umsatz. Der Konzern hatte mit 12 von 32 Mannschaften die meisten Teams im Turnier ausgestattet und daher eine hohe Präsenz. Nach dem Halbfinale war dann aber mit Belgien für das letzte Adidas-Team Schluss. Das Endspiel bestritten mit Frankreich und Kroatien zwei Nike-Mannschaften.

Einen Dämpfer musste Adidas bei der Tochter Reebok hinnehmen, deren Umsätze währungsbereinigt um 3 Prozent sanken. Die Fitnessmarke wird seit Jahren umgebaut, gerade weil es in den USA nicht lief. Dort hatte der Konzern im vergangenen Jahr etliche unrentable Reebok-Läden dicht gemacht, die Organisation gestrafft und die Produkte überarbeitet. Reebok gehört seit 2006 zu Adidas.

Den Ausblick auf das laufende Jahr bestätigte Adidas. Der währungsbereinigte Umsatz soll 2018 um etwa 10 Prozent steigen und der Gewinn aus fortgeführtem Geschäft um 13 bis 17 Prozent zulegen. Damit könnte im besten Fall am Jahresende ein Gewinn von knapp 1,7 Milliarden Euro in der Bilanz stehen. (dpa)