Adidas steigert Gewinn zum Jahresauftakt kräftig

Der Sportartikelhersteller Adidas hat seinen Gewinn im ersten Quartal trotz des starken Euro kräftig gesteigert. Weniger Rabatte sowie neue Produkte zu höheren Preisen konnten die belastenden Währungseffekte und die gestiegenen Werbeausgaben mehr als kompensieren, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Auch seine Betriebskosten hatte der Nike-Konkurrent im Griff.

So stieg das operative Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr um gut 17 Prozent auf 746 Millionen Euro. Der Gewinn aus fortgeführtem Geschäft legte in der gleichen Größenordnung auf 542 Millionen Euro zu. Die Markterwartungen konnte Adidas damit deutlich übertreffen.

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Beim Umsatz schlug die Eurostärke jedoch voll durch, weshalb Adidas hier nur in Trippelschritten vorankam. Insgesamt setzte der Konzern 5,5 Milliarden Euro um. Nach der Umrechnung der Auslandsumsätze in die Heimatwährung schmolz das Umsatzplus am Ende auf 1,9 Prozent zusammen. Währungsbereinigt wären es 10 Prozent mehr gewesen.

An der Börse gehörten die Aktien zu den Verlierern und gaben zuletzt gut 2 Prozent auf 205 Euro nach. Dass der Konzern seine Prognose für das Gesamtjahr trotz der Fortschritte beim Gewinn und bei der Marge nur bestätigt habe, bezeichnete Analystin Chiara Battistini von JP Morgan als konservativ. Die Titel sind in diesem Jahr allerdings auch sehr gut gelaufen. Mit einem Plus von rund 23 Prozent ist die Adidas-Aktie bisher der stärkste Dax-Wert in diesem Jahr.

Gewinne steigen stärker als Umsätze

Vorstandschef Kasper Rorsted zufolge entsprach das Quartal voll und ganz seinen Erwartungen. Obwohl der Konzern weiter kräftig investiert habe, sei es gelungen, den Gewinn schneller als den Umsatz zu steigern. Adidas rüstet sich für die im Sommer anstehende Fußballweltmeisterschaft in Russland und sponsert 12 teilnehmende Teams. Das Turnier dient den Sportartikelkonzernen vor allem als Werbeplattform. Die finanzielle Bedeutung solcher Großereignisse sei eher begrenzt, sagte Rorsted.

Der Verkauf von Fußballartikeln, aber auch von Produkten aus den Kategorien Running und Training kurbelte den Umsatz im ersten Quartal an. Auch die Umsätze im eigenen Onlineshop stiegen erneut zweistellig, aber bei weitem nicht mehr so stark wie zuvor. "Wir müssen noch das Timing unserer Produkteinführungen verbessern", räumte Rorsted ein.

Auf die Regionen herunter gebrochen wuchs Adidas vor allem in Nordamerika und Asien stark. Der russische Markt schwächelte hingegen weiter. Seit Jahren bröckeln die Umsätze in dem Land, das 2012 in eine Krise gerutscht war und das in diesem Jahr WM-Gastgeber ist. Adidas stutzt deshalb das Filialnetz immer weiter zusammen, und kommt inzwischen auf nur noch gut 600 Läden. Zu Hochzeiten waren es über 1000 Filialen. Ein Rückzug aus Russland komme jedoch nicht in Frage, betonte Rorsted erneut.

Dämpfer bei Reebok

Einen Dämpfer musste Adidas bei der Tochter Reebok hinnehmen, deren Umsätze währungsbereinigt um 3 Prozent sanken. Die Fitnessmarke wird seit 2016 umgebaut, weil es vor allem in den USA hakt. Dort hatte der Konzern im vergangenen Jahr etliche unrentable Reebok-Läden dicht gemacht, die Organisation gestrafft und die Produkte überarbeitet. Bei der Bilanzvorlage hatte Adidas noch Hoffnung gemacht, dass Reebok aus dem Gröbsten raus ist. Bis 2020 soll die Sparte profitabel sein, die Umsätze sollen dieses Jahr wieder nach oben gehen.

Den Ausblick auf das laufende Jahr behielt Adidas bei. Der währungsbereinigte Umsatz soll 2018 um etwa 10 Prozent steigen und der Gewinn aus fortgeführtem Geschäft um 13 bis 17 Prozent zulegen. Damit könnte im besten Fall am Jahresende ein Gewinn von 1,7 Milliarden Euro in der Bilanz stehen. (dpa)

Foto: Adidas
 

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