Alle Filialen gerettet: Appelrath Cüpper beendet Insolvenzverfahren

Der Bekleidungshändler Appelrath Cüpper GmbH hat sein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung pünktlich zum Jahreswechsel erfolgreich abgeschlossen: Der Fortbestand aller 16 Filialen des 1882 gegründeten Traditionsunternehmens konnte gesichert werden. Auch der „weit überwiegende Teil der aktuell 900 Arbeitsplätze“ bleibe erhalten, teilte das Unternehmen am Montag mit, nachdem das Amtsgericht Köln das Insolvenzverfahren am Silvestertag aufgehoben hatte.

„Aufgrund des erneuten Lockdowns und des ohnehin schwierigen Umfelds im Textileinzelhandel bin ich über die Entwicklung sehr glücklich“, erklärte Bero-Alexander Lau, der während des Insolvenzverfahrens als Sachwalter bei Appelrath Cüpper fungiert hatte, in einer Mitteilung. „Die letzten Wochen und Monate waren für alle Beteiligten äußerst herausfordernd. Erneut hat sich aber gezeigt, dass im Rahmen eines Insolvenzplanverfahrens in Eigenverwaltung operative Restrukturierungen effizient und in kurzer Zeit durchgeführt werden können“, betonte der Rechtsanwalt von der Kanzlei White & Case.

Der österreichische Unternehmer Peter Graf ist neuer Eigentümer des Traditionseinzelhändlers

In den vergangenen Wochen hatte der Einzelhändler alle rechtlichen Hürden genommen: Ende November hatten die Gläubiger dem Insolvenzplan zugestimmt, der daraufhin am 17. Dezember rechtskräftig wurde. Mit dem Abschluss des Verfahrens vollzog das Unternehmen auch den geplanten Eigentümerwechsel: Die Gauermanngasse 2 Beteiligungs GmbH des österreichischen Geschäftsmannes Peter Graf ist nun alleinige Gesellschafterin von Appelrath Cüpper. Der Unternehmer ist unter anderem Geschäftsführer und Miteigentümer der Textilhändler Kleider Bauer und Hämmerle.

„Während des Verfahrens haben die Beteiligten von Appelrath Cüpper die erste Coronawelle bewältigt und – während die zweite Welle noch andauert – viel Gegenwind erfahren müssen“, erklärte Jasper Stahlschmidt von der Wirtschaftskanzlei Buchalik Brömmekamp, der im Insolvenzverfahren als Generalbevollmächtigter von Appelrath Cüpper tätig gewesen war. „Umso mehr freue ich mich, dass mit dem Einstieg von Herrn Graf eine Möglichkeit der Fortführung dieses fast 140 Jahre alten Traditionsunternehmens geschaffen wird und wünsche den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weiterhin viel Erfolg in dieser schwierigen Zeit der Pandemie. Wir sind zuversichtlich, dass die richtigen Weichen hierfür gestellt wurden“, so Stahlschmidt.

Nach dem Ende des Insolvenzverfahrens soll Lothar Schäfer weiterhin Geschäftsführer von Appelrath Cüpper bleiben. Heinrich Ollendiek werde die Geschäftsführung hingegen „auf eigenen Wunsch verlassen“, erklärte das Unternehmen.

Foto: Frank Rumpenhorst / DPA / dpa Picture-Alliance via AFP

 

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