American Apparel meldet Insolvenz an

Schon seit Wochen hatte das US-amerikanische Bekleidungsunternehmen American Apparel gewarnt, dass seine finanziellen Mittel möglicherweise nicht ausreichten, um die laufenden Zahlungsverpflichtungen erfüllen zu können. Am Montag schuf das Management nun Tatsachen und meldete Insolvenz an. Betroffen sind neben der Muttergesellschaft auch einige US-amerikanische Töchter, nicht aber die internationalen Aktivitäten. American Apparel entschied sich für ein Verfahren nach Kapitel 11 der US-amerikanischen Insolvenzordnung. Damit wird das Unternehmen seine Geschäfte vorerst fortführen können.

Nach Angaben des Unternehmens ist die Erklärung der Zahlungsunfähigkeit ein Element des mit den Gläubigern ausgehandelten Restrukturierungsprogramms. Mit dem Schritt habe es seine „Schulden und Zinsverpflichtungen deutlich reduziert“. Konkret würden Anleihen im Volumen von 200 Millionen US-Dollar „eliminiert“ und durch „Anteile am reorganisierten Unternehmen“ ersetzt. Auf diese Weise will sich American Apparel „Zugang zu finanziellen Mitteln während und nach seiner Restrukturierung“ verschaffen.

Das Insolvenzverfahren wurde als Bestandteil eines Restrukturierungsprogramms in Absprache mit den Gläubigern eingeleitet

Nach Angaben von American Apparel unterstützen 95 Prozent der aktuellen Gläubiger das vorgeschlagene Programm. Sie hätten zudem zusätzliches Kapital in Höhe von 75 Millionen US-Dollar zugesagt, das „zur Finanzierung der Restrukturierung und zur Rekapitalisierung des Unternehmens“ eingesetzt werden soll. Diese Mittel seien „mehr als ausreichend“, um den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten und die Restrukturierung einzuleiten, erklärte das Unternehmen. Die Zulieferer würden weiterhin im Rahmen der vereinbarten Bedingungen bezahlt.

Von dem eingeleiteten Restrukturierungsprozess würden „letztlich alle Beschäftigten, Zulieferer, Kunden und geschätzten Partner des Unternehmens profitieren“, sagte CEO Paula Schneider. Grundsätzliche Ziele seien dabei, „Arbeitsplätze in den USA und die Ideale, für die das Unternehmen steht, zu erhalten“. Unter den neuen finanziellen Bedingungen soll nun der operative Umbau vorangetrieben werden. Das Unternehmen hat bereits einige Reformen eingeleitet, um wieder attraktiver und wirtschaftlicher zu werden. So wurden Änderungen im Sortiment sowie Maßnahmen zur Kostenkontrolle und zur Effizienzverbesserung in der Lieferkette beschlossen. Außerdem sollen Wachstumspotenziale in allen Vertriebskanälen genutzt werden.

„Durch die Restrukturierung wird American Apparel zu einem stärkeren, lebendigeren Unternehmen werden“, versprach Schneider. Die Verbesserung der zuletzt so prekären finanziellen Situation erlaube es nun, die „Turnaround-Stategie umzusetzen“. Neben „neuen und relevanten“ Produkten und Designs nannte sie in diesem Zusammenhang auch die Expansion im eigenen Einzelhandel und die Realisierung von „fesselnden Marketingkampagnen“ – schließlich gilt es, die Kunden wieder von der Marke zu überzeugen.

 

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