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"American Apparel rutscht tiefer in die roten Zahlen"

Mit ein paar Tagen Verspätung hat das Bekleidungsunternehmen American Apparel am Montag seine Zahlen für das zweite Quartal 2015 vorgelegt. Der in akuten Finanznöten steckende Young-Fashion-Anbieter hatte die Konditionen eines Kredits nicht erfüllen können und daher den Veröffentlichungstermin verschieben müssen.

Der fragliche Kredit wurde inzwischen vom Finanzinvestor Capital One an ein Gläubigerkonsortium weitergereicht, die problematischen Bedingungen wurden dabei gestrichen. Trotzdem bleibt die Situation kritisch: Das Unternehmen, das schon seit Längerem offen einräumt, womöglich über nicht genug Mittel zu verfügen, um in den kommenden zwölf Monaten seine finanziellen Verpflichtungen zu bedienen, verschärfte sogar noch einmal den Ton seiner Warnung. In der jüngsten Mitteilung erklärte es, dass es „ernsthafte Zweifel“ daran habe, seine Geschäfte fortführen zu können. Die laufenden Gespräche mit wichtigen Anteilseignern über mögliche Refinanzierungsmodelle oder frisches Kapital seien bislang ergebnislos geblieben.

Die aktuellen Quartalszahlen nährten die Zweifel an der Zukunft von American Apparel: Der Umsatz sank um 17,2 Prozent auf 134,4 Millionen US-Dollar (121,4 Millionen Euro). Das Unternehmen begründete das mit Währungseffekten, Ladenschließungen im Rahmen des laufenden Sparprogramms und der Tatsache, dass es keine neuen Styles für die Frühjahr- und Sommersaison angeboten habe.

Der Halbjahresverlust des finanziell angeschlagenen Unternehmens hat sich mehr als verdoppelt

Durch das Restrukturierungsprogramm sanken zwar die laufenden Betriebskosten, dafür wurden im Zuge der Entlassungen und Schließungen Abfindungen und Kompensationen sowie Abschreibungen fällig. Der Nettoverlust wuchs daher im Vergleich zum Vorjahresquartal von 16,2 auf 19,4 Millionen US-Dollar (17,5 Millionen Euro).

In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres erwirtschaftete American Apparel einen Umsatz in Höhe von 258,7 Millionen US-Dollar. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutete das einen Rückgang um 13,6 Prozent. Das Halbjahresergebnis drückten neben den Sonderbelastungen im Rahmen des Sanierungsprogramms auch zusätzliche Rabattaktionen, mit denen im ersten Quartal veraltete Lagerbestände reduziert wurden. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust, der mehr als doppelt so hoch ausfiel wie im Vorjahr: Der Fehlbetrag wuchs von 21,7 auf 45,8 Millionen US-Dollar (41,3 Millionen Euro).


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