Amfori fördert Gleichberechtigung in Lieferketten in Bangladesch, China und Indien

Amfori, der globale Wirtschaftsverband für offenen und nachhaltigen Handel, gab am vergangenen Donnerstag bekannt, dass es ein ambitioniertes Programm zur Stärkung von Frauen in globalen Lieferketten gestartet hat, insbesondere in den drei wichtigsten Herkunftsländern China, Bangladesch und Indien. Die letzten beiden werden den Textil- und Bekleidungssektor umfassen, in dem Frauen 70-90 Prozent der Erwerbstätigen ausmachen, jedoch auf den untersten Ebenen der Lieferkette unverhältnismäßig stark vertreten und häufig Diskriminierung und sexueller Belästigung ausgesetzt sind.

„Indem wir Frauen stärken, stärken wir Gemeinschaften und die Gesellschaft insgesamt. Aber das ist nicht nur ein moralischer Imperativ für Unternehmen. Die Beseitigung von geschlechtsspezifischer Diskriminierung, die Förderung von Karrieremöglichkeiten und die Einbeziehung von Frauen in Entscheidungsprozesse sind allesamt Möglichkeiten der Befähigung, die wiederum die Produktivität steigern, Unternehmen und ihre Lieferketten widerstandsfähiger machen und finanzielle Erträge bringen“, erklärte Amfori-Präsident Christian Ewert in einer Pressemitteilung.

Das „Women's Empowerment Programme“ umfasst insbesondere drei spezifische Projekte in den drei größten Beschaffungsländern von Amfori - China, Indien und Bangladesch. Es soll sicherstellen, dass die Rechte von Frauen geschützt werden und ihnen die Ausbildung und Anleitung bieten, die sie benötigen, um ihre Karriere voranzutreiben.

Das neue Programm baut auf dem BSCI-Verhaltenskodex von Amfori auf, der auf den Grundsätzen der Vermeidung geschlechtsspezifischer Diskriminierung und unsicherer Arbeitsplätze basiert. Das Training zielt darauf ab, eine Bewusstseinsverlagerung in Bezug auf Frauen bei der Arbeit zu ermöglichen, was zu spürbaren Verhaltensänderungen und politischen Verbesserungen führen soll.

Der Verband betont die Tatsache, dass die Aktivitäten des Programms auf die lokalen Bedürfnisse zugeschnitten sind und in Partnerschaft mit strategischen Interessengruppen durchgeführt werden, nämlich der Internationalen Organisation für Migration (IOM) in China, dem Verband indischer Industrien (CII) und der NGO CSR Centre und dem Bekleidungshersteller DBL Group Inc. in Bangladesch.

Für jedes Land wurde ein spezifischer Schwerpunkt ermittelt: In China wird dies die eingehende Forschung und Grundsatzempfehlungen sein, um die komplexen Herausforderungen der Migration von Frauen in Metropolregionen anzugehen; in Indien die Sensibilisierung von Arbeitnehmern und Vorgesetzten in Bezug auf Arbeiterrechte und Beschwerdemechanismen sowie die Unterstützung der Einhaltung nationaler Gesetze zur sexuellen Belästigung; und in Bangladesch das Training von Führungskräften in Bezug auf Aufstiegsmöglichkeiten und die Teilnahme an repräsentativen Gremien.

„Amforis ‘Women’s Empowerment Programme’ wurde so entwickelt, dass es ist eine Win-win-Situation für Arbeitnehmerinnen, Hersteller und Interessenvertreter darstellt. Hersteller vor Ort werden Managementfähigkeiten verbessern, was zu einer höheren Mitarbeiterbindung und -produktivität beitragen wird. Arbeitnehmerinnen gewinnen an Selbstvertrauen sowie neue Fähigkeiten und profitieren von verbesserten Arbeitsbedingungen und Karrierechancen. Das Vertrauen in örtliche Fabriken und in globale Wertschöpfungsketten wird zunehmen“, erklärte der Verband für nachhaltigen Handel.

Dem Europäischen Institut für Gleichstellungsfragen (EIGE) zufolge würde die Verbesserung der Gleichstellung der Geschlechter bis 2050 zu einem Anstieg des Pro-Kopf-BIPs in der EU um 6,1 Prozent auf 9,6 Prozent führen, was 1,95 bis 3,15 Billionen Euro entspricht. Das neue Frauenermächtigungsprogramm von Amfori wird somit dazu beitragen, das UN-Ziel für nachhaltige Entwicklung Nr. 5 zur Erreichung der Gleichstellung der Geschlechter und das Ziel Nr. 8 für menschenwürdige Arbeit und integratives, nachhaltiges Wirtschaftswachstum voranzutreiben.

Das neue Programm wird auf dem Amfori-Gleichstellungsforum „Unleashing the Full Potential of Women in Global Supply Chains“ vorgestellt, das am 2. Oktober 2018 in Stockholm stattfindet. Informationen über spezifische Projekte und Partnerschaften in jedem der drei Länder findet sich auf Amforis Website unter amfori.org/content/women-empowerment.

Foto: Bekleidungsarbeiterinnen in Bangladesch / Amfori Website
 

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