Anta Sports vollzieht Einstieg bei Puma und wird größter Aktionär
Puma hat einen neuen größten Aktionär. Anta Sports Products Limited hat die Übernahme des bislang von der französischen Investmentholding Artémis SAS gehaltenen Anteils von 29,06 Prozent erfolgreich abgeschlossen, teilte der Herzogenauracher Sportartikler am Mittwoch mit.
Der Einstieg des chinesischen Sportartikelkonzerns war bereits seit Monaten erwartet worden. Anta Sports hatte angekündigt, den Anteil von Artémis für rund 1,5 Milliarden Euro zu übernehmen. Nun ist die Transaktion abgeschlossen. Konkret wechseln rund 43 Millionen Puma-Aktien zu einem Preis von jeweils 35 Euro den Besitzer. Auch nach der Übernahme wird Puma weiterhin als unabhängig geführtes Unternehmen agieren.
Anta sieht langfristiges Potenzial
„Puma hat eine der bekanntesten Sportmarken der Welt aufgebaut mit einer großartigen Geschichte, hoher Glaubwürdigkeit im Sport, globaler Präsenz, führenden Innovationen und starken Partnern. Wir heißen Anta Sports als unseren größten Aktionär willkommen. Für uns ist das langfristige Engagement von Anta Sports ein großer Vertrauensbeweis in unsere Strategie, unser Managementteam und unsere Zukunft“, sagte Puma-CEO Arthur Hoeld.
Auf dem selbsterklärten Weg eine der drei vorherrschenden Sportmarken weltweit zu werden, freue sich das Unternehmen auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit und darauf, zu erkunden, wo die jeweiligen Stärken nachhaltigen Wert für Puma und seine Aktionär schaffen können.
Auch Anta Sports sieht langfristiges Potenzial in der Herzogenauracher Marke. „Puma ist eine ikonische Marke mit einer reichen Tradition und erheblichem langfristigem Potenzial. Wir haben volles Vertrauen in das Managementteam und die strategische Ausrichtung“, sagte Ding Shizhong, Board Chairman von Anta Sports. Gleichzeitig freue sich das Unternehmen darauf, Erfahrungen und Kompetenzen der Anta-Gruppe einzubringen, um das künftiges Wachstum zu unterstützen.
Einstieg inmitten der Restrukturierung
Der Einstieg von Anta Sports erfolgt in einer Phase, in der Puma mitten in einer Restrukturierung steckt. Im zweiten Quartal 2026 sanken die Erlöse um knapp zehn Prozent auf knapp 1,7 Milliarden Euro. Der bereinigte Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg auf 41,9 Millionen Euro, nach minus 24,5 Millionen Euro im Vorjahr. Unter dem Strich verringerte sich der Fehlbetrag wegen deutlich geringerer Einmalkosten um gut 70 Prozent auf 72,8 Millionen Euro.
Hoeld hatte den Konzernumbau im vergangenen Jahr angestoßen. Vorgesehen sind unter anderem eine stärkere Konzentration auf Kernsportarten, weniger Produkte, der Ausbau des Direktgeschäfts mit den Konsument, der Abbau von Lagerbeständen und die Schließung unrentabler Läden. Insgesamt sollen 1.400 Stellen gestrichen werden. Die Maßnahmen sollen ab 2027 wieder ein nachhaltiges Wachstum ermöglichen.
Für das dritte Quartal erwartet Hoeld zunächst einen weiteren Umsatzrückgang. Gleichzeitig sollen sich Erlöse und operatives Ergebnis gegenüber dem zweiten Quartal verbessern. Für das Gesamtjahr bestätigte Puma seine Prognose.
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