Ausbeutung chinesischer Arbeiter:innen: Italien ermittelt gegen Chanel, Bulgari und weiteren Luxusmarken
Die italienische Polizei hat am Donnerstag die Firmensitze von elf Luxusmarken durchsucht, darunter das französische Modehaus Chanel sowie die italienischen Marken Bulgari und Etro. Sie stehen im Verdacht, Subunternehmer beauftragt zu haben, die chinesische Arbeiter in Italien ausbeuteten.
Zu den weiteren untersuchten Marken gehören Brunello Cucinelli, Moncler, Jacob Cohën Company, Owenscorp Italia, Goyard Italia, F.lli, Stefano Ricci und Brandart. Dies teilte der Mailänder Staatsanwalt Paolo Storari der Nachrichtenagentur AFP mit und bestätigte damit einen Bericht der Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore.
Die von der Mailänder Staatsanwaltschaft geleitete Untersuchung hatte bereits Lohn- und Arbeitsrechtsverstöße in italienischen Werkstätten aufgedeckt. Ende 2025 wurde sie auf dreizehn weitere große Luxusunternehmen ausgeweitet, darunter Prada, Givenchy und Dolce & Gabbana.
Im vergangenen Jahr verteidigte Industrieminister Adolfo Urso die Branchenriesen mit der Aussage, der Ruf des „Made in Italy“ stehe „unter Beschuss“.
Die Ermittler vermuten, dass die Marken ihren Subunternehmer gestatteten, Werkstätten zu nutzen, in denen chinesische Arbeiter unter gesetzeswidrigen Arbeitsbedingungen beschäftigt wurden. In einigen Fällen waren diese zudem in unhygienischen Unterkünften untergebracht.
Mehrere Luxusunternehmen, darunter die auf Kaschmir spezialisierte Marke Loro Piana, wurden wegen der Arbeitsbedingungen bei ihren Subunternehmer vorübergehend unter gerichtliche Verwaltung gestellt.
Diese Maßnahme wurde später wieder aufgehoben, nachdem die Unternehmen die Kontrollen ihrer Lieferketten verstärkt hatten.
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