Der Sportartikelhersteller Adidas legt an diesem Mittwoch (7. November) seine Zahlen für das dritte Quartal vor. Nach guten Ergebnissen von Puma & Co sind Experten zuversichtlich, dass auch Adidas ein robustes Geschäft hatte.

Die Lage

Adidas kann auf drei Wachstumstreiber bauen: China, Nordamerika und E-Commerce. Daran dürfte sich auch im dritten Quartal nichts geändert haben. Adidas-Chef Kasper Rorsted hatte Anfang Oktober in einem Interview des Finanzsenders CNBC noch betont, dass er auch künftig an Wachstum in diesen drei Bereichen glaubt. Hoffnung auf gute Adidas-Zahlen machen auch die bereits vorgelegten Resultate von Konkurrent Puma, der seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr nach oben geschraubt hatte.

Puma-Chef Björn Gulden sagte bei der Zahlenvorlage zudem, er könne trotz der aktuellen Handelsstreitigkeiten kein Abflauen der Nachfrage in China erkennen. Für Adidas ist das Land besonders wichtig, die Region Asien-Pazifik hat im ersten Halbjahr den größten Anteil zum Gesamtumsatz beigesteuert.

Dafür, dass es auch auf dem US-Markt weiter nach oben geht, könnten die Zahlen der weltweiten Nummer Eins Nike ein Indiz sein. Der Konzern hatte in seiner Heimat zeitweise Schwächen gezeigt, was an der eingetrübten Stimmung der Einzelhändler dort lag, aber auch an der Strahlkraft der Marke Adidas.

In den drei Monaten bis Ende August hellte sich die Lage für Nike aber wieder auf. Auch Rorsted hatte in dem Interview gesagt: "Es gibt keinen Zweifel daran, dass Nike wieder zurück ist." Weitere Marktanteile gewinne Adidas dennoch hinzu. Die Franken wuchsen in den USA zuletzt deutlich stärker als Nike, das US-Geschäft von Adidas ist aber auch ungleich kleiner.

Weiterhin verhalten sollten die Sprünge für Adidas in Westeuropa sein. Adidas hatte Vertriebskanäle bereinigt und auch bei der Einführung neuer Produkte nicht immer ein glückliches Händchen gehabt. Einige Experten gehen davon aus, dass auch der lange und heiße Sommer die Verbraucher vom Einkaufen abgehalten haben könnte.

Was erwarten die Analysten?

Die Umsätze sollten den bis Montag von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragten Analysten zufolge um knapp 4 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro gestiegen sein. Währungseffekte dürften dabei gebremst haben. Experte Christian Salis von Hauck & Aufhäuser erwartet beispielsweise ein währungsbereinigtes Plus von 9,5 Prozent, Piral Dadhania von RBC Capital Marktes eines von 8 Prozent und Zuzanna Pusz von der Berenberg Bank von 7 Prozent.

Die UBS geht davon aus, dass der Onlinehandel weiter an Fahrt gewonnen hat. Adidas hatte einen neuen Yeezy Schuh auf den Markt gebracht, was die Verkäufe gepusht haben dürfte, und zudem den Trend zu klobigen Turnschuhen aufgegriffen.

Kräftiger als mit dem berichteten Umsatz sollte es erneut mit dem Gewinn nach oben gehen. Ein Mix aus weniger Rabatten, neuen Produkten zu höheren Preisen sowie eine gute Kostenkontrolle dürften dem Betriebsergebnis um 9 Prozent nach oben auf 866 Millionen Euro geholfen haben. Beim Gewinn aus fortgeführtem Geschäft werden mit 608 Millionen Euro fast 11 Prozent mehr erwartet als im Vorjahr.

Damit rechnet Adidas

Der währungsbereinigte Umsatz soll 2018 um etwa 10 Prozent steigen, maßgeblich dafür sollen zweistellige Zuwächse in Nordamerika und Asien-Pazifik sein. Die operative Marge soll sich zwischen 10,3 und 10,5 Prozent einpendeln und der Gewinn aus fortgeführtem Geschäft um 13 bis 17 Prozent zulegen. Damit könnte im besten Fall am Jahresende ein Überschuss von knapp 1,7 Milliarden Euro in der Bilanz stehen.

So lief die Aktie

Adidas-Aktionäre haben wenig Grund zu klagen. Bis auf Wirecard lief in diesem Jahr keine Aktie im Dax so gut wie die der Franken. Knapp ein Viertel haben die Papiere seit Jahresbeginn an Wert gewonnen. Warburg Research glaubt, dass es für die Papiere weiter nach oben gehen wird, sollte das Quartal wie erwartet gut ausfallen. Noch immer seien die Aktien günstiger bewertet als die des Konkurrenten Nike.

Von den 24 im dpa-AFX Analyser erfassten Analysten empfehlen 15 das Papier zum Kauf, 9 raten zum Halten der Aktie. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 225 Euro. Damit bleibt noch knapp 9 Prozent Luft nach oben vom aktuellen Kursniveau. Ihr bisheriges Rekordhoch hatten Adidas Ende August bei 218 Euro. (dpa)

 

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