Kanzlerin Angela Merkel (CDU) muss aus Sicht der deutschen Wirtschaft bei ihrem Treffen mit US-Präsident Donald Trump deutliche Worte gegen Strafzölle und Handelsbeschränkungen finden. «Bundeskanzlerin Merkel sollte US-Präsident Trump auffordern, vollständig von den Importbeschränkungen auf Stahl und Aluminium abzusehen», sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. «Sie sollte ihm verdeutlichen, welche Risiken von den US-Maßnahmen nicht nur für die Weltwirtschaft und den Welthandel, sondern auch für die US-Wirtschaft ausgehen: Angriffe auf den Freihandel gefährden Wohlstand und Arbeitsplätze auf beiden Seiten des Atlantiks.»

In Deutschland hänge jeder vierte Arbeitsplatz am Export. In der Industrie sei es sogar mehr als jeder zweite, erläuterte Kempf.

Einseitige Zollsenkungen der EU gegenüber den USA, wie sie Trump fordere, seien weder vereinbar mit den Regeln der Welthandelsorganisation WTO noch im strategischen Interesse der EU, sagte Kempf. Marktöffnung müsse auf Gegenseitigkeit beruhen, ein reines Zollabkommen wäre zu kurz gegriffen. In den USA beschränkten «Buy America»-Regeln den Zugang für ausländische Unternehmen zum Vergabemarkt.

Merkel besucht an diesem Freitag zum zweiten Mal Trump im Weißen Haus. Dabei wird unter anderem der Handelsstreit der USA mit der EU im Fokus stehen. Der Streit um Strafzölle der Amerikaner auf Stahl und Aluminium ist längst nicht ausgestanden. Die USA gewährten den EU-Ländern nur eine Schonfrist - diese läuft am 1. Mai aus. (dpa)

 

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