Der Pariser Berufungsprozess gegen den früheren französischen Adidas-Eigner, Minister, Schauspieler und Fußballmanager Bernard Tapie wegen Betrugs ist verschoben worden. Wegen Tapies Gesundheitszustand werde der Prozess gegen ihn und fünf Mitangeklagte erst ab Mai 2021 wieder aufgenommen, teilte das Pariser Berufungsgericht am Montag mit. Demnach ergab ein Gutachten, dass sich Tapies Zustand mit einer neu begonnenen medizinischen Behandlung verbessern könnte. Der 77-Jährige leidet unter einer Krebserkrankung.

Tapie war im Sommer 2019 von den Vorwürfen des Betrugs und der Veruntreuung staatlicher Gelder freigesprochen worden. Die Staatsanwaltschaft hatte dagegen Berufung eingelegt.

Tapie ist eine schillernde Figur. Der frühere Chef des Fußballclubs Olympique Marseille hatte sich beim Verkauf von Anteilen am deutschen Sportartikelhersteller Anfang der 1990er Jahre von der damaligen Staatsbank Crédit Lyonnais geprellt gesehen und geklagt. In einem Schiedsverfahren bekam Tapie 2008 mehr als 400 Millionen Euro Entschädigung zugesprochen. Der Schiedsspruch wurde später aber von einem Zivilgericht aufgehoben.

Um Veruntreuung öffentlicher Mittel geht es, weil die Entschädigung letztlich aus der Staatskasse kam. Tapie hatte die Vorwürfe mehrfach zurückgewiesen. (dpa)

 

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