Billabong: Schlechte Nachrichten sorgen für Kurssturz

Wenig Erfreuliches hatte Neil Fiske, der CEO des Sportartikelkonzerns Billabong, auf der Jahreshauptversammlung zu verkünden. Der australische Surfwearspezialist, der sich ohnehin nach großen Problemen in einem grundlegenden Umbauprozess befindet, hat derzeit mit heftigem Gegenwind zu kämpfen. Zwar betonte Fiske, dass bei der Sanierung, die eine Neustrukturierung der Marken, Änderungen in der Lieferkette und den Ausbau der Omnichannel-Kapazitäten einschließt, Fortschritte gemacht wurden seien, er musste aber auch einräumen, dass dem Unternehmen gleich mehrere Probleme zu schaffen machen. Die wirkten sich auch auf die aktuellen Zahlen aus. Die Anleger reagierten empfindlich: Der Börsenkurs des Konzerns fiel angesichts der schlechten Neuigkeiten umgehend um mehr als zwanzig Prozent.

Zu den „Herausforderungen“, die Fiske ansprach, zählt der rapide Kursanstieg des US-Dollars. Der führt zwar dazu, dass die Einnahmen in Nordamerika, dem wichtigsten Markt des Unternehmens, in der Berichtswährung, dem Australischen Dollar, höher ausfallen, hat für Billabong aber vor allem negative Konsequenzen. So stiegen die in US-Dollar abgerechneten Produktions- und Beschaffungskosten und belasteten die Margen. Außerdem sind die hohen finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns in US-Dollar notiert, so dass der Kursanstieg der US-Währung sowohl die Schuldenlast als auch die Zahlungsverpflichtungen in die Höhe treibt.

Negative Währungseffekte und die allgemeine Nachfrageschwäche in Nordamerika machen Billabong zu schaffen

Neben den währungstechnischen Rahmenbedingungen machen aber auch brancheninterne Probleme den Australiern zu schaffen. Fiske verwies namentlich auf die allgemeine Nachfrageschwäche im nordamerikanischen Einzelhandel in den vergangenen Monaten. „Die betrifft insbesondere die großen Sportartikelketten und Warenhäuser sowie den Handel mit Teenagern und Touristen“, sagte er.

Damit hängt auch die dritte Herausforderung zusammen, mit der sich Billabong derzeit konfrontiert sieht: „Rabatte und Sonderaktionen im Internet und in den Einkaufszentren sind weiterhin hoch, und die Kunden warten auf günstige Gelegenheiten“, erklärte er. Darauf wollen sich die Australier derzeit aber nicht einlassen: „Wir werden uns weiterhin auf die Qualität der Produkte und des Vertriebs sowie eine verlässliche, stabile Preispolitik konzentrieren“, so Fiske.

Im laufenden Geschäftsjahr schlugen sich die ungünstigen Rahmenbedingungen aber bereits in den Zahlen nieder. So hat das Betriebsergebnis zuletzt gelitten. „Aufgrund der Herausforderungen in den amerikanischen Märkten und dem währungsbedingten Druck auf die Produktionskosten liegt unser EBITDA in den ersten vier Monaten um etwa 2,5 Millionen Australische Dollar [umgerechnet 1,7 Millionen Euro] unter dem Vorjahresniveau“, erklärte Fiske. Die „nächsten sechs Wochen“ – und insbesondere das Weihnachtsgeschäft in Australien – seien nun „entscheidend“ für die Halbjahreszahlen. In der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres rechnet der Konzernchef dann mit positiven Auswirkungen der eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen.

 

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